Forschung

Bakterien sollen zur Krebsbekämpfung eingesetzt werden

Es gibt einige Bakterien, die im Kampf gegen den Krebs eine positive Wirkung haben könnten. Doch meist sind eben diese Bakterien auf eine andere Art und Weise schädlich für den Menschen. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung forschen deshalb nun mit probiotischen E.coli-Bakterien. Erste Tests an Mäusen zeigten bereits Erfolge.

Probiotische E.coli-Bakterien eignen sich zur Krebsbehandlung. (Foto: Flickr/ NIAID/Cc by 2.)

Probiotische E.coli-Bakterien eignen sich zur Krebsbehandlung. (Foto: Flickr/ NIAID/Cc by 2.)

Die Zahl der an Krebs Erkrankten steigt jedes Jahr. Krebs gehört zu den häufigsten Todesursachen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO (Stand 2012) schätzte, dass in den kommenden zwei Jahrzehnten die Zahl der Neuerkrankungen um etwa 70 Prozent ansteigen wird. Jedes Jahr sterben in der EU mehr als 100.000 Menschen an arbeitsbedingten Krebserkrankungen. Diese Zahl übersteigt die Anzahl der tödlichen Arbeitsunfälle um das Zwanzigfache, wie eine Untersuchung des Europäischen Gewerkschaftsinstituts (ETUI) zeigt. In Deutschland sind es etwa 17.700 Fälle. Die Internationale Arbeitsorganisation schätzt die Zahl der weltweiten Todesfälle aufgrund arbeitsbedingter Krebserkrankungen auf 666.000. Krebs ist Todesursache Nummer 1 – zumindest in den Hochlohnländern.

Aus diesem Grund investieren Pharmaunternehmen, Stiftungen und auch Regierungen weiter stark in die Erforschung neuer Behandlungsmethoden. Das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung setzt dabei auf probiotische E.coli-Bakterien.

Probiotisch deshalb, weil es bei dem Einsatz von pathogenen Bakterien oft zu anderen gefährlichen Auswirkungen auf den Körper des Menschen kommt. Bei probiotischen Bakterien ist ein Einsatz gegen Krebs möglich, ohne dass es zu anderen Schädigungen durch die Bakterien kommt. Die pathogenen Bakterien mussten so stark modifiziert werden, um dem Patienten nicht zu schaden, dass die therapeutische Wirkung am Ende auch ausblieb.

Die Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) haben nun die Ergebnisse zu ersten Tests mit probiotischen Bakterien an Mäusen in der Fachzeitschrift „Oncotarget“ veröffentlicht. Das Ergebnis: Die Bakterien griffen tatsächlich die Tumore an, ohne toxisch zu wirken. Die Bakterien, die die Wissenschaftler bei den Mäusen einsetzten, werden bereits jetzt von Millionen Menschen genutzt, um Darmstörungen zu behandeln. Vor allem Symbioflor-2 habe effizient die Tumore zerstört.

„Das belegt das vielversprechende Potenzial bei der Therapie von soliden Tumoren, obwohl die therapeutische Potenz nicht ganz an die von ‘Salmonella’ heranreicht“, sagt Dino Kocijancic, Wissenschaftler in der Abteilung für Molekulare Immunologie am HZI. „Aber wegen ihrer überlegenen Tumorspezifität und der Tatsache, dass sie nicht abgeschwächt werden müssen, eignen sie sich gut als Bio-Vehikel zur Einschleusung therapeutischer Moleküle in Tumore“.

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