Wirtschaft

Zahl der Impfungen steigt wieder

Im vergangenen Jahr haben Apotheken Impfstoffe im Wert von mehreren Milliarden Euro an Ärzte abgegeben. Die Impfmüdigkeit nimmt wieder ab. Die Umsätze für die Pharmafirmen steigen wieder.

Wer sich nicht impfen lassen möchte, kann nicht dazu gezwungen werden. (Foto: Flickr/Dennis Skley/CC BY-ND 2.0)

Wer sich nicht impfen lassen möchte, kann nicht dazu gezwungen werden. (Foto: Flickr/Dennis Skley/CC BY-ND 2.0)

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat im Zuge der Europäischen Impfwoche 2016 angekündigt, bis 2020 Masern und Röteln zu eliminieren. Auch in Deutschland will man dieses Ziel erreichen. Im Zuge der Impfmüdigkeit und der Abneigung gegenüber Impfungen in den ökobewussten Kreisen hatte die Zahl der Erkrankungen wieder zugenommen. Zuletzt hatte es vor allem in Berlin im Frühjahr 2015 einen regelrechten Masernausbruch gegeben. Die Durchimpfungsrate bei Masern und Röteln liegt derzeit in Deutschland bei 92 Prozent, 95 Prozent sollten es sein.

Die aktuellen Zahlen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände lassen auf eine Zunahme der Impfungsraten hoffen. Im vergangenen Jahr wurden fast 1,2 Milliarden Euro an Ärzte zur Impfung ihrer Patienten abgegeben. Das entspricht einer Steigerung um zehn Prozent. Der stärkste Umsatz wurde bei den Impfstoffen gegen Pneumokokken (192 Millionen Euro) erzielt. Dahinter folgen Masern (142 Millionen Euro), Influenza (121 Millionen Euro), Humane Papiloviren (118 Millionen Euro) und Enzephalitis (108 Millionen Euro).

Besonders auffällig sei dem Apothekerverband zufolge der 50-prozentige Umsatzanstieg bei den Impfungen gegen Masern von 95 (2014) auf 142 (2015) Millionen Euro, der sich nicht zuletzt mithilfe der breiten öffentlichen Impfdebatte infolge eines Masernausbruchs im Frühjahr 2015 in Berlin erklären lasse. „Das Motto ‚Impflücken schließen‘ der Europäischen Impfwoche gilt jederzeit, überall und für jedermann“, sagt Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Jede Impfung zählt. Die Durchimpfungsraten bei Kinderkrankheiten wie Masern müssen in Deutschland weiter erhöht werden.“ Der Masernausbruch vor einem Jahr habe offenbar bewirkt, dass sich wieder mehr Menschen impfen lassen, so Arnold weiter.

Die Steigerungen bei den genutzten Impfstoffen halfen auch der Pharmabranche: Pfizer konnte 2015 seinen Umsatz insgesamt um sieben Prozent auf 14,05 Milliarden Dollar steigern. Vor allem der Kauf des Rivalen Hospira und das wachsende Geschäft mit Impfstoffen trugen dazu bei. Ähnlich stark profitierte auch GlaxoSmithKline vom Verkauf der Impfstoffe. Der aktuelle Quartalsbericht des Konzerns zeigt eine deutliche Steigerung für 2015. So stiegen die Gewinne beispielsweise im dritten Quartal um 39,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (2014).

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