Pharma

Pharmakonzern Roche setzt auf Diabetes-Geschäft

Trotz etlicher Umsatzeinbußen hat sich der Pharmakonzern Roche erneut für die Diabetes-Branche im Haus ausgesprochen. Die aktuellen Zahlen der Diabetesfälle würden zeigen, dass in den kommenden Jahren mit Wachstum zu rechnen ist, so der Konzern.

Während Roche sich auf Messgeräte spezialisiert hat, punktet Boehringer Ingelheim mit Medikamenten. (Foto: Flicrk/ Alden Chadwick/CC by 2.0)

Während Roche sich auf Messgeräte spezialisiert hat, punktet Boehringer Ingelheim mit Medikamenten. (Foto: Flicrk/ Alden Chadwick/CC by 2.0)

Der Schweizer Pharmakonzern Roche will am Geschäft mit Blutzucker-Messgeräten festhalten. Der zuletzt mit Umsatzeinbußen kämpfende Bereich dürfte im kommenden Jahr wieder zu Wachstum zurückfinden, sagte der Chef der Roche-Diagnostiksparte, Roland Diggelmann. Die Aussichten für den Bereich Diabetes Care seien angesichts des zunehmenden Auftretens von Diabetes des Typs 2 (Altersdiabetes) weiterhin gut. „Dieses Jahr sollten Sie kein Wachstum erwarten, aber ich denke im kommenden Jahr dürften wir zum Wachstum zurückkehren“, zitiert ihn Reuters. „Das ist eindeutig unsere Sicht.“

Der vor allem für seine Krebsmedikamente bekannte Konzern aus Basel ist der weltgrößte Anbieter von Diagnosegeräten und medizinischen Tests sowie Marktführer im Bereich Blutzuckermessung. Die wegen Preissenkungen in den USA schwache Entwicklung der vergangenen Jahre hatte wiederholt Spekulationen geschürt, Roche könnte dem Beispiel von Bayer folgen und sein Diabetes-Geschäft verkaufen. Diggelmann trat dem entgegen: „Es ist weiterhin ein gutes Geschäft“, sagte er. „Wir geben keine Gewinnmargen bekannt. Aber es ist ein Geschäft, das Cashflow generiert und das Zukunft hat.“

Im Gegensatz zu Roche konnte Boehringer Ingelheim auch im vergangenen Jahr vom Diabetesgeschäft profitieren. 2015 kletterte der Umsatz um gut elf Prozent auf 14,8 Milliarden Euro, bereinigt um Währungseffekte legten die Erlöse um rund vier Prozent zu. Der Betriebsgewinn stieg um sechs Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Boehringer habe im vergangenen Jahr so viele Einreichungen, Zulassungen und Neueinführungen von neuen Produkten verzeichnet wie nie zuvor in seiner Geschichte.

Der Umsatz mit Diabetes-Präparaten schnellte um fast 64 Prozent in die Höhe, währungsbereinigt stand immer noch ein Plus von rund 49 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu Buche. Insgesamt kletterten die Erlöse mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, dem wichtigsten Geschäft von Boehringer, währungsbereinigt um gut vier Prozent auf 10,7 Milliarden Euro. In der Tiermedizin legte der Umsatz währungsbereinigt um mehr als zehn Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Euro zu.

Die Zahl der Diabetiker ist auf weltweit 422 Millionen angestiegen (2012). Im Jahr 1980 waren es nur 108 Millionen. Die Zahl der Betroffenen dürfte bis 2040 auf 642 Millionen steigen. Zuletzt rief die WHO zu mehr Engagement im Kampf gegen Diabetes auf. Geschehe dies nicht, könnte Diabetes bis spätestens 2030 zu den sieben häufigsten Todesursachen weltweit gehören. Allein in Deutschland sind derzeit etwa 6 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt. Doch selbst hierzulande weiß fast jeder Fünfte nicht einmal, dass er an der Krankheit erkrankt ist. Die Zahl der Diabetes Typ-2-Neuerkrankungen unter deutschen Jugendlichen hat sich in den vergangenen Jahren sogar verfünffacht.

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