Wirtschaft

Bayer hat Interesse an Monsanto

Eine Woche nach den ersten Spekulationen über eine mögliche Übernahme von Monsanto hat Bayer entsprechende Gespräche bestätigt.

: Neben sinkenden Gewinnen kämpft Monsanto weiterhin mit starker Kritik von Seiten der Bevölkerung. (Foto: Flickr/ Die Grünen Kärnten/Cc by 2.0)

: Neben sinkenden Gewinnen kämpft Monsanto weiterhin mit starker Kritik von Seiten der Bevölkerung. (Foto: Flickr/ Die Grünen Kärnten/Cc by 2.0)

„Das sind alles wilde Spekulationen, an denen nichts dran ist“, sagte Monsanto-Manager Brett Begemann kürzlich auf einer Investorenkonferenz in New York. Monsanto wolle sich weiter auf seine eigene Strategie konzentrieren. Kaum einen Tag später geben sowohl Monsanto als auch Bayer bekannt, dass es erste Übernahmegespräche gegeben habe.

Monsanto sprach von einer unverbindlichen, unerbetenen Offerte, die an bestimmte Bedingungen geknüpft sei. Sie werde nun vom Verwaltungsrat geprüft. Details wurden nicht genannt. Vor Abschluss der Prüfung werde sich Monsanto nicht näher dazu äußern.

Der deutsche Konzern erklärte: „Vertreter von Bayer haben vor kurzem Mitglieder der Geschäftsführung von Monsanto Company getroffen, um vertraulich über eine einvernehmliche Übernahme von Monsanto zu sprechen.“ Er fügte hinzu: „Ein solcher Zusammenschluss würde Bayer als globales, innovationsgetriebenes Life-Science-Unternehmen mit Spitzenpositionen in seinen Kerngeschäften stärken und ein führendes, integriertes Agrargeschäft schaffen.“

Vergangenen Donnerstag hatte die Finanzagentur Bloomberg berichtet, Bayer prüfe wohl ein Angebot für den über 40 Milliarden Dollar schweren US-Konzern. BASF wurde von einem Internet-Informationsdienst ebenfalls Interesse an Monsanto zugeschrieben. Die Leverkusener hätten sowohl intern als auch mit Beratern vorläufige Gespräche über einen Kauf von Monsanto geführt. Ein Beschluss sei aber noch nicht gefallen, Bayer könnte sich auch gegen eine Offerte entscheiden oder andere Möglichkeiten wie Gemeinschaftsunternehmen oder einen Tausch von Anteilen mit den Amerikanern verfolgen, meldete die Agentur unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Monsanto selbst war im Sommer mit seinen Übernahmeavancen beim Pflanzenschutzspezialisten Syngenta abgeblitzt. Die Schweizer werden nun für 43 Milliarden Dollar vom chinesischen Staatskonzern ChemChina geschluckt. Nach Ankündigung der Fusion der US-Chemiekonzerne DuPont und Dow Chemical, die das Agrarchemiegeschäft als eigenständiges Unternehmen planen, steht Monsanto unter Druck, sich einen Partner zu suchen.

Die Monsanto-Aktie stieg nach der Meldung einer möglichen Übernahme im vorbörslichen US-Handel um 16 Prozent. Bei Bayer wurde an der Börse in Frankfurt kurzzeitig der Handel unterbrochen, danach bauten die Aktien ihre Kursverluste aus. Der Nettogewinn brach in den drei Monaten bis Ende Februar auf 1,06 Milliarden Dollar ein, wie der für Genmais und Gensoja bekannte US-Agrarchemiekonzern mitteilte. Der Umsatz ging um knapp 13 Prozent auf 4,53 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten bessere Zahlen erwartet. Die Aktie des Unternehmens gab zeitweise 1,5 Prozent nach.

Wie andere Produzenten von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut schadet Monsanto, dass die Landwirte ihre Ausgaben massiv eingeschränkt haben. Grund sind die gefallenen Getreidepreise. Sie sind in den USA so niedrig sind wie seit fünf Jahren nicht mehr, die Einkünfte der Bauern sind auf den niedrigsten Stand seit 2002 gefallen. Monsanto und die Konkurrenz haben in der Folge die größten Preisnachlässe seit mindestens sechs Jahren gewährt. Zusätzlich belastet der starke Dollar, denn dieser schmälert im Ausland erzielte Gewinne, wenn sie in die Heimat übertragen werden.

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