Politik

USA: Cartoonist wegen kritischer Saatgut-Karikatur gefeuert

Ein US-Cartoonist muss nach 21 Jahren seinen Arbeitsplatz räumen. Er hatte eine Karikatur veröffentlicht, die die US-Agrar-Konzerne Monsanto und Dupont kritisiert.

Die Monsanto-kritische Karikatur aus Farm News. (Screenshot)

Die Monsanto-kritische Karikatur aus Farm News. (Screenshot)

Der US-amerikanische Cartoonist Rick Friday wurde von seinem Arbeitgeber „Farm News“ gefeuert, berichtet die New York Times. Er hatte zuvor eine Karikatur gezeichnet, die die US-Agrarkonzerne Monsanto, Dupont und Pioneer kritisiert. Sein Cartoon zeigt einen US-Farmer, der einem anderen Farmer sagt: „Ich wünschte die Landwirtschaft würde mehr Profit abwerfen“. Darauf antwortet der andere Farmer mit den Worten: „Das tut sie doch. Im Jahr 2015 haben die Vorstandsvorsitzenden von Monsanto, Dupont, Pioneer und John Deere zusammen mehr verdient als 2129 Landwirte in Iowa“.

U.S. Uncut leakte die E-Mail-Korrespondenz zwischen Friday und seinem Chef.

Fridays Chef: „Du kannst es glauben, oder nicht. Die mehr als 20-jährige Zusammenarbeit zwischen Farm News und dir ist vorbei. Heute wurde ich angewiesen, keine Cartoons mehr von dir zu nehmen. Der letzte hat für einen Shitstorm gesorgt, den ich nicht nachvollziehen kann. Einige Agrarmultis sind der Meinung, dass man sie nicht kritisieren oder Späße über sie machen darf. Die Karikatur führte auch dazu, dass ein Saatguthändler seine Werbeanzeigen bei Farm News storniert hat.“

Friday hat nach eigenen Angaben 21 Jahre für Farm News gearbeitet. Er hat über 1.090 Karikaturen veröffentlicht und erreichte damit wöchentlich mehr als 24.000 Haushalte in 33 Bezirken von Iowa.

Der US-Agrarkonzern Monsanto vertreibt unter anderem Glyphosat unter dem Markennamen Roundup und erzielte damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar. Auch andere Konzerne produzieren das sogenannte Totalherbizid. Aber auch auf dem Gentechnik-Markt ist Monsanto gut vertreten. Ein Markt, der auch andere Firmen wie Bayer und BASF lockt.

Brasilien beispielsweise ist der zweitgrößte Produzent von Soja und ein Kerngebiet von Monsantos Insektizid Roundup. Die Bayer AG und BASF SE planen derzeit, mit genmanipulierten Sojabohnen Monsanto in Brasilien Marktanteile streitig zu machen. 94 Prozent der brasilianischen Sojabohnen sind gentechnisch verändert. Die Regierung rechnet für dieses Jahr mit einer Ernte in Höhe von mehr als 100 Millionen Tonnen.

Je nachdem, wann und ob TTIP abgeschlossen wird, könnte ein neues Kapitel in Sachen Gentechnik geöffnet werden. Bisher drängen die Amerikaner darauf, zukünftig mit TTIP auch gentechnisch veränderte Lebensmittel in die EU exportieren zu dürfen. Die EU lehnt dies bisher aber ab. Hat die USA mit ihrer Forderung jedoch Erfolg, würde dies der Biotech- und Gentechnikbranche einen weiteren Schub geben.

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