Analyse

Ärztemangel auf neuem Höchststand

Im vergangenen Jahr ist die Nachfrage nach Ärzten in Deutschland noch einmal größer geworden: um mehr als ein Fünftel. Ähnlich hoch ist der Bedarf bei den Pflegern und Arzthelfern. Eine Besserung der aktuellen Lage ist allerdings nicht in Sicht.

„Der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter im Gesundheitswesen hat sich enorm verschärft.“  (Foto: Flickr/Paul Sableman/Cc by 2.0)

„Der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter im Gesundheitswesen hat sich enorm verschärft.“ (Foto: Flickr/Paul Sableman/Cc by 2.0)

Die Entwicklung am Fachkräftemarkt der Gesundheitsbranche wird immer alarmierender. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Bedarf von Pflegern und Arzthelfern 2014 um 15 Prozent, der von Ärzten sogar um 21 Prozent. Eine Entwicklung, die sich im ersten Halbjahr 2015 fortsetzte, wie der aktuelle Fachkräfte-Atlas zeigt. Hier stieg der Bedarf in allen drei Berufsgruppen um mindestens 40 Prozent.

„Der Wettbewerb um die besten Mitarbeiter im Gesundheitswesen hat sich enorm verschärft. Der Bedarf an Ärzten ist bundesweit auf einem hohen Niveau“, heißt es in der Studie. Am höchsten ist die Nachfrage nach Ärzten in Hamburg und Bremen. Von Seiten der Bundesregierung wird häufig darauf verwiesen, dass das Fehlen von Ärzten in manchen Regionen vor allem auf eine Fehlverteilung zurückzuführen ist. Dem widersprach jedoch das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) kürzlich.

Der Bundesärztekammer zufolge hat die Zahl der Ärzte im vergangenen Jahr zwar um 1,7 Prozent zugenommen, doch dieses Wachstum kann die hohe Nachfrage nicht bedienen. „Die Zahl der Ärzte steigt, aber der Bedarf steigt schneller“, so BÄK-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery. Die Zahl der Ärzte stieg um 6.055 auf 371.302 bundesweit. Gute die Hälfte davon arbeiteten in Krankenhäusern.

Allerdings stieg im selben Zeitraum auch die Zahl der ambulanten Behandlungen in Deutschland um 152 Millionen. Bis 2030 sollen sich die Fallzahlen im stationären Bereich um schätzungsweise 12 Prozent auch noch erhöhen. „Wenn wir jetzt nicht entschieden gegensteuern, steht die medizinische Versorgung in Zukunft vor immensen Problemen“, warnte Montgomery. Daher müsse die Zahl der Studienplätze bundesweit um mindestens zehn Prozent erhöht werden.

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