Pharma

Monsanto pokert: Bayer-Angebot zu niedrig

Monsanto hat zunächst einmal das Milliardenangebot von Bayer zurückgewiesen. Der Konzern werde deutlich zu niedrig bewertet, hieß es von Monsanto. Man sei aber für weitere Gespräche offen. Bayer Chef Werner Baumann bleibt optimistisch, auch wenn Kritik von Anlegern und NRW-Umweltminister Johannes Remmel zu vernehmen ist.

Die potentielle Übernahme von Monsanto durch Bayer wird auch in den kommenden Wochen noch für Gespräche sorgen. (Foto: Bayer AG)

Die potentielle Übernahme von Monsanto durch Bayer wird auch in den kommenden Wochen noch für Gespräche sorgen. (Foto: Bayer AG)

Der US-Saatgutriese Monsanto hat die 62 Milliarden Dollar schwere Übernahme-Offerte von Bayer als zu niedrig zurückgewiesen. Zugleich erklärte sich der Weltmarktführer am Dienstag aber offen für Verhandlungen. Das Angebot sei finanziell unangemessen und bewerte Monsanto deutlich zu niedrig, teilte Konzern-Chef Hugh Grant mit. Zudem berücksichtige es nicht ausreichend die finanziellen und regulatorischen Risiken. Monsanto sei aber bereit für Gespräche über Möglichkeiten, einen angemessen Wert für die Aktionäre zu schaffen. Einen Zeitplan dazu habe das Unternehmen allerdings noch nicht festgelegt.

Bayer hat nach der Ablehnung der 62 Milliarden Dollar schweren Übernahme-Offerte für Monsanto Verhandlungen mit dem US-Saatgutkonzern angekündigt. „Bayer sieht konstruktiven Gesprächen mit Monsanto zur geplanten Transaktion entgegen“, teilten die Leverkusener mit. Bayer bekräftigte, die gebotenen 122 Dollar in bar je Monsanto-Aktie stellten einen attraktiven und sicheren Wert für deren Anteilseigner dar. Zugleich hieß es aber: „Es ist weiterhin unser Ziel, diese für beide Seiten überzeugende Transaktion gemeinsam zum Abschluss zu bringen.“

Bayer-Chef Werner Baumann erklärte, man freue sich, „dass der Verwaltungsrat von Monsanto unsere Überzeugung von den erheblichen Vorteilen einer integrierten Strategie für Landwirte und die Gesellschaft insgesamt teilt“. Bayer sei zuversichtlich, dass alle Fragen zur Finanzierung und zu regulatorischen Aspekten im Zusammenhang mit der Transaktion geklärt werden könnten. Zum jetzigen Zeitpunkt werde Bayer von weiteren Stellungnahmen absehen.

Investoren kritisierten den hohen Preis. Analysten hatten bereits erwartet, dass Monsanto die Offerte zunächst zurückweisen und mehr fordern wird. Sie hatten die Übernahmepläne aber als strategisch sinnvoll bezeichnet. Gemeinsam würden Bayer und Monsanto einen weltweit führenden Anbieter für Saatgut und Pflanzenschutzmittel schaffen. Sollte der Deal erfolgreich sein, wäre es die größte Übernahme in der deutschen Wirtschaftsgeschichte vor dem Kauf des US-Autobauers Chrysler durch Daimler Benz 1998 für 40,46 Milliarden Dollar. Für Bayer wäre es zudem die größte Akquisition in der Firmengeschichte seit dem Kauf des Pharmakonzerns Schering vor zehn Jahren für 17 Milliarden Euro.

Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hat die Pläne von Bayer zur Übernahme des US-Saatgut-Konzerns Monsanto scharf kritisiert. „Aus agrarpolitischer Sicht wäre der Monsanto-Kauf durch Bayer kontraproduktiv“, sagte der Politiker der „Rheinischen Post“ laut Vorab-Bericht. „Ein solch großes Unternehmen, das den Markt faktisch dominiert, würde wie ein Düsenantrieb den Umbruch in der Landwirtschaft weiter forcieren, zum Nachteil der familiengeführten Betriebe und damit der ländlichen Räume nicht nur in NRW.“ Das hätte mit freier Marktwirtschaft nichts mehr zu tun. Er sei gespannt auf die Reaktion der Kartellbehörden.

Remmel sagte zudem, wenn Bayer die Fehl-Entwicklungen bei Monsanto stoppen wolle, wäre das sicherlich zu begrüßen. „Ansonsten bin ich mir sicher, dass sich die Führung der Bayer AG im Klaren ist, dass sie das negative Image und die gesellschaftlichen Probleme von Monsanto miteinkaufen wird.“

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *