Zika

Impfung erst im November: Zika-Virus in Afrika entdeckt

Das erste Mal hat sich ein Mensch auch in Afrika mit dem Zika-Virus infiziert. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Virus aus Brasilien eingeschleppt worden ist. Über 7.000 Verdachtsfälle gibt es in Kap Verde. Eine Impfung soll aber frühestens im November in Brasilien getestet werden.

Frühestens im November sollen erste Tests mit einem potentiellen Zika-Impfstoff durchgeführt werden. (Foto: Flickr/Eric Stavale/CC by nd 2.0)Frühestens im November sollen erste Tests mit einem potentiellen Zika-Impfstoff durchgeführt werden. (Foto: Flickr/Eric Stavale/CC by nd 2.0)

Frühestens im November sollen erste Tests mit einem potentiellen Zika-Impfstoff durchgeführt werden. (Foto: Flickr/Eric Stavale/CC by nd 2.0)

Steigende Temperaturen und die Zunahme internationaler Reisen führt bei der WHO in Sachen Zika-Virus zu einer immer größer werdenden Unruhe. Zwar sei die Wahrscheinlichkeit, dass der Virus nach Europa kommt, nur mäßig bis gering, aber Madeira, Frankreich, Italien, Griechenland, Spanien und die Schweiz haben immerhin ein mäßiges Übertragungsrisiko, weil in diesen Ländern eine Asiatische Tigermücke vorkommt.

Wie schnell sich das Virus ausbreiten kann, konnte zu Beginn des Jahres in Südamerika beobachtet werden. Nun sind auch Zika-Fälle aus Ägypten bekannt geworden. Im westafrikanischen Inselstaat Kap Verde wurden erstmals Zika-Fälle von Institut Pasteur bestätigt. Bis jetzt gibt es zudem 7.557 Zika-Verdachtsfälle in Kap Verde. „Das ist das erste Mal, dass der Zika-Stamm in Afrika entdeckt wurde“, so die WHO. „Die Ergebnisse sind besorgniserregend, weil es ein weiterer Beweis dafür ist, dass der Ausbruch sich über Südamerika verbreitet und vor der Tür von Afrika steht“, sagte Matshidiso Moeti von der WHO.

Zwar kommen die Forschungen zu einer möglichen Impfung gegen den Zika-Virus schnell voran, doch erst im November können erste Tests an Affen und Mäusen durchgeführt werden. Im Februar hatte man sich in Brasilien darauf geeinigt, dass das Institut Evandro Chagas zusammen mit der Universität Texas einen Impfstoff entwickeln soll.

Etwas Hoffnung macht auch eine neue Studie. Durch die Infektion von Mücken mit einem Bakterium kann einer Studie zufolge die Übertragung des gefährlichen Zika-Virus verhindert werden. Mit dem Bakterium Wolbachia infizierte Mücken trugen weniger Teile des Zika-Virus in sich, sodass die Übertragung der Krankheit auf den Menschen erschwert wurde, wie aus einer, in der Zeitschrift „Cell Host & Microbe“ veröffentlichten, brasilianischen Studie hervorgeht.

Die Forscher setzen nun darauf, Mücken mit dem Bakterium anzustecken und diese auszusetzen. Sie sollen sich dann mit wilden Mücken paaren und das Bakterium weiterverbreiten. Die Hoffnung sei, dass die infizierten Mücken andere Mücken verdrängten, erläuterte Studienautor Luciano Moreira von der Oswaldo Cruz Foundation in Rio de Janeiro.

Zika steht im Verdacht, bei Föten zu schweren Schädelmissbildungen zu führen. Der Erreger wird über Mückenstiche und möglicherweise auch beim Geschlechtsverkehr übertragen. Das Virus ist in mehr als 30 Ländern aufgetreten. Am schwersten ist Brasilien betroffen.

Bislang hatten Forscher befürchtet, dass durch die Infektion der Mücken mit dem Bakterium Wolbachia andere Krankheiten leichter übertragen würden. Die neuen Studienergebnisse hätten diese Bedenken entkräftet, sagte Jason Rasgon, Insektenforscher an der Penn State University.

Moreira warnte, dass die Strategie, Mücken mit dem Bakterium zu infizieren, nicht hundertprozentig wirksam sei. Sie solle in Verbindung mit anderen Maßnahmen zur Mückenabwehr genutzt werden.

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