Wirtschaft

Nach Ebola: Weltbank startet Pandemie-Versicherung

Mit einem Umfang von 500 Millionen US-Dollar will die Weltbank in den kommenden drei Jahren eine Versicherungskomponente für drohende Pandemien zur Verfügung stellen. Ebola hat gezeigt, was passiert, wenn nicht frühzeitig und richtig reagiert wird. Noch immer seien Pandemien eine der größten Gefahren, so die Weltbank. Die neue Versicherung soll vor allem ärmeren Ländern helfen.

Die neue Versicherung soll verhindern, dass zu viel Zeit ins Land geht, bevor Länder finanzielle Hilfen erhalten. (Foto: Flickr/Alatele fr/CC by sa 2.0)

Die neue Versicherung soll verhindern, dass zu viel Zeit ins Land geht, bevor Länder finanzielle Hilfen erhalten. (Foto: Flickr/Alatele fr/CC by sa 2.0)

„Pandemien stellen weltweit für Menschen wie Volkswirtschaften eine der größten Bedrohungen dar“, sagte Jim Yong Kim, der Präsident der Weltbankgruppe. „Zum ersten Mal werden wir ein System zur Hand haben, mit dem Finanzmittel und Expertenteams direkt an die Orte von Ausbrüchen entsandt werden können, bevor Krankheiten außer Kontrolle geraten.“ Jim Yong Kim spricht von der neuen Pandemie-Versicherung, die die Weltbank angesichts der katastrophalen Entwicklung der Ebola-Pandemie ins Leben gerufen hat.

Die Pandemic Emerging Financing Facility (PEF) soll ein Finanzmechanismus sein, der mit entsprechenden finanziellen Hilfen vor Pandemien schützt. Insgesamt sollen in den kommenden drei Jahren 500 Millionen Dollar in die Versicherung fließen. Japan als G7-Veranstalter hat angekündigt, als erster schon einmal 50 Millionen Dollar einzuzahlen. „Japan ist stolz darauf, die Pandemic Emergency Financing Facility zu unterstützen, die verhindern wird, dass Pandemien wichtige Entwicklungserfolge unterminieren“, sagte der stellvertretende japanische Premierminister und Finanzminister Taro Aso.

Angesichts des wirtschaftlichen Schadens der Ebola-Krise in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar und der weltweiten Kosten von rund zehn Milliarden Dollar bis heute, ist die Deckung des PEF in Höhe von 500 Millionen Dollar eher ein Tropfen auf dem heißen Stein. Neben direkten Einzahlungen fließen auch Mittel aus Rückversicherungsmärkten in die PEF, kombiniert mit den Gewinnen der von der Weltbankgruppe emittierten Katastrophenanleihen, sogenannten Cat Bonds (Catastrophe Bonds). Bei Ausbrüchen von Infektionskrankheiten, die zu einer Epidemie zu werden drohen, soll so schnell Geld für betroffene Länder und Hilfsorganisationen bereitgestellt werden:

„Zu solchen Krankheitserregern zählen neue Orthomyxoviren (z. B. neues Influenza-Pandemievirus A, B und C), Coronaviridae (wie SARS, MERS), Filoviridae (z. B. Ebola, Marburg) und andere Zoonose-Erkrankungen (wie Krim-Kongo-Fieber, Rift-Valley-Fieber, Lassa-Fieber).“

Zugang zu den Geldern haben im Notfall alle 77 Länder, die „für die Finanzierung durch die Internationale Entwicklungsorganisation, den Fonds der Weltbankgruppe für die ärmsten Länder, qualifiziert sind“. Noch in diesem Jahr soll die PEF ihre volle Deckung erhalten.

Die Ebola-Krise war nur ein negatives Beispiel für das verheerende Ausmaß von Pandemien. Zuletzt kämpfte beispielsweise Südkorea mit einem MERS-Ausbruch und auch der ZIKA-Virus ist derzeit alles andere als unter Kontrolle. Insgesamt rechnen Analysten mit weltweiten Kosten für mittelschwere bis schwere Pandemien im Umfang von 570 Millionen Dollar bzw. 0,7 Prozent des globalen BIP – jährlich. „Eine sehr schwerwiegende Pandemie wie die Spanische Grippe von 1918 könnte heute 5 Prozent des globalen BIP oder fast 4 Billionen US-Dollar ausmachen“, so die Weltbank.

Die Ebola-Krise in Guinea, Liberia und Sierra Leone zeigte uns allen klar und deutlich, dass wir Ausbrüchen gegenüber wachsamer sein und sofort reagieren müssen, um sowohl Menschenleben zu retten als auch das Wirtschaftswachstum zu schützen“, so Jim Yong Kim.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *