Pharma

Milliarden-Deals in der Pharmabranche – Biotechfirmen weiter sehr beliebt

Die klassischen Pharmafirmen schauen sich immer stärker auf dem Biotechmarkt um. Käufe und Partnerschaften werden genutzt, um nicht wichtige Marktanteile an die boomende Branche zu verlieren. Die Biotech-Unternehmen profitieren von der großen Nachfrage.

EBIT Marge ( EBIT/Umsatz )

EBIT Marge ( EBIT/Umsatz )

Die größten Wachstumstreiber in der Pharmabranche bleiben die Biotech-Unternehmen. Die klassischen Pharmaschwergewichte treten eher auf der Stelle. Aus diesem Grund wird das Interesse dieser an den Biotechfirmen immer größer. Das Pharma-Unternehmen Jazz Pharmaceuticals will nun für 1,5 Milliarden Dollar die US-Biotechfirma Celator übernehmen. Die Transaktion solle im dritten Quartal abgeschlossen werden. Damit erhält das in Irland ansässige Unternehmen Zugang zu einem in der Entwicklung befindlichen Medikament gegen eine akute Leukämieerkrankung. Pro Aktie bietet Jazz Pharma 30,25 Dollar in bar. Das ist ein Aufschlag von mehr als 70 Prozent auf den Schlusskurs der Celator-Aktie vom Freitag. Die Übernahme passe gut, um das Wachstum von Jazz Pharma weiter voranzutreiben, hieß es weiter.

Die Zusammenarbeit mit dem französischen Pharmakonzern Sanofi macht sich für das Biotech-Unternehmen Evotec bezahlt. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 74 Prozent auf 37,5 Millionen Euro – der beste Jahresauftakt in der Firmengeschichte, wie Evotec in dieser Woche mitteilte. Dazu trug maßgeblich ein ehemaliger Sanofi-Forschungsstandort in Toulouse bei, den Evotec im Rahmen der Allianz von den Franzosen übernommen hatte. Ohne diesen hätte das Umsatzplus 16 Prozent betragen. Dabei profitierte das Hamburger Unternehmen von einem starken Servicegeschäft mit der Pharmaindustrie und Meilensteinzahlungen aus Forschungskooperationen.

Im Frühjahr 2015 hatten Evotec und Sanofi vereinbart, bei der Erforschung neuer Krebsmedikamente zusammenzuarbeiten. Die Kooperation garantiert Evotec Zahlungen von mindestens 250 Millionen Euro innerhalb von fünf Jahren. Der Betriebsgewinn (Ebitda) lag im ersten Quartal bei gut sieben Millionen Euro, nachdem vor Jahresfrist noch ein Minus von 300.000 Euro verbucht wurde. Unter dem Strich machte Evotec noch einen Verlust von 1,17 (Vorjahreszeitraum: -1,07) Millionen Euro, was vor allem einem deutlich gestiegenen Steueraufwand geschuldet war. Für das Gesamtjahr bekräftigte der Vorstand die Prognose, die einen Umsatzanstieg von mehr als 15 Prozent und ein positives, deutlich höheres Betriebsergebnis als im Vorjahr vorsieht.

Eine Lizenz- und Entwicklungspartnerschaft mit einem chinesischen Unternehmen hat 4SC am Dienstag an die Spitze der Xetra-Gewinner katapultiert. Die Aktien der bayerischen Biotechfirma stiegen um bis zu 17,4 Prozent auf 2,80 Euro. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Link Health zur Entwicklung und Vermarktung eines Krebs-Wirkstoffs winken 4SC zufolge Vorab- und Meilensteinzahlungen von bis zu 76 Millionen Euro. Außerdem erhalte das Unternehmen eine zweistellige prozentuale Beteiligung an den Verkaufserlösen in China.

Insgesamt stieg der Umsatz der Pharma-Unternehmen weltweit 2015 um 18,7 Prozent auf 429 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Vor allem die gut laufenden Biotechbranche und die Wechselkurseffekte waren hierfür verantwortlich. „Big Pharma tritt – von ein paar Ausnahmen abgesehen – auf der Stelle. Sowohl Umsätze, Gewinne als auch Investitionen gingen währungsbereinigt nur leicht nach oben“, kommentiert Gerd Stürz, Marktsegmentleiter Life Sciences bei EY, die Zahlen. Ausnahme seien die Big Biotechs: Vor allem sie treiben derzeit das Wachstum:

„Kein anderes Unternehmen erzielt seine Umsätze so umfassend mit Blockbuster-Medikamenten – also Medikamenten mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar pro Jahr – wie Gilead. Der Anteil am Gesamtumsatz machte 92,2 Prozent aus. Einen ähnlich hohen Anteil erreichten auch die beiden anderen Big Biotechs Novo Nordisk (90,7 Prozent) und Amgen (88 Prozent). Insgesamt – über alle 21 analysierten Unternehmen hinweg – lag der Blockbuster-Anteil bei 60 Prozent und damit zwei Prozentpunkte über dem Wert des Jahres 2014.“

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