Forschung

Eine Pille für Alles

Wissenschaftler aus Singapur haben eine Methode entwickelt, mit der mehrere Medikamente mit nur einer Pille verabreicht werden können. Dabei ist es auch möglich, eine zeitliche Abfolge der Medikamentenabgabe im Körper zu erreichen.

Die neue Pille könnte ein wichtiger Schritt in Richtung personalisierte Medizin sein. (Foto: NUS)

Die neue Pille könnte ein wichtiger Schritt in Richtung personalisierte Medizin sein. (Foto: NUS)

Je nach Krankheitsbild müssen einige Patienten mehrere unterschiedliche Tabletten einnehmen, manchmal auch über den Tag verteilt. Vergisst der Patient eine Tablette oder nimmt zu viel, kann das erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Wissenschaftler der National University of Singapore (NUS) haben eine spezielle Pille entwickelt, um diese Schwierigkeiten zu umgehen.

Sie haben eine Pille entwickelt, die mehrere Wirkstoffe beinhalten und zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Dosen abgeben kann. So könnte jeder Patient ein auf sich zugeschnittenes Medikament erhalten.

Dafür legt der Arzt am Computer fest, welche Medikamente der Patient benötigt, wie oft und in welcher Dosis er diese nehmen soll. Der Computer rechnet die Informationen zu einem digitalen Pillenmodell um, das ein ganz spezielles Design gemäß der geplanten Einnahme der unterschiedlichen Medikamente erhält.

Ein 3D-Drucker druckt im Anschluss daran eine Gießform für das entsprechende, am PC entworfene Pillenmodell aus. Die Form kann dann mit ungiftigem, flüssigen Polymer und den entsprechenden Substanzen gefüllt werden. Zum Schluss wird die halbfertige Pille noch mit einer Polymerschicht umhüllt. Je nach der Menge der Substanzen und ihrer Dosierung sieht die Pille am Ende anders aus.

Nimmt der Patient die Pille zu sich, löst sich die Polymerschicht nach und nach, die Substanzen können entsprechend nach und nach an den Körper abgegeben werden.

„Lange war personalisierte Medizin nur ein bloßer Begriff“, sagte Soh Siow Ling von der NUS, „da es zu komplex oder zu teuer war.“ Nun sei das möglich. Der Arzt könne entweder direkt vor Ort diese Pillen ausdrucken oder ein Pharmaunternehmen könnte entsprechend bestimmte Pillen in großer Menge vorproduzieren. Für die Umsetzung sei man derzeit bereits in Gesprächen mit einem multinationalen Konzern.

 

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