Gentechnik

US-Unternehmen kämpft um Patent für gentechnisch veränderte Tiere

Die US-Firma Intrexon arbeitet seit Jahren mit gentechnisch veränderten Tieren. Seit 2012 besitzt das Unternehmen strittige Patente beim Europäischen Patentamt. Dabei geht es nicht nur um die Methodik der gentechnischen Manipulation sondern auch um die Tiere, an denen die Veränderungen vorgenommen wurden. Mehrere Sammeleinsprüche zu dem Patenten hat das Patentamt bereits abgelehnt. Nun versuchen Kritiker mit einer Beschwerde dagegen vorzugehen.

Kritiker fürchten einen weiteren Anstieg der „spezialisierten“ Versuchstiere für die Pharmabranche. (Foto: Flickr/"<a href="https://www.flickr.com/photos/hannesgranberg/14762793210/">Chimp</a>" (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/2.0/">CC BY-NC-ND 2.0</a>) by <a href="https://www.flickr.com/photos/hannesgranberg/">Hannes Granberg</a>)

Kritiker fürchten einen weiteren Anstieg der „spezialisierten“ Versuchstiere für die Pharmabranche. (Foto: Flickr/“Chimp“ (CC BY-NC-ND 2.0) by Hannes Granberg)

 

„Eine besser Welt Dank einer besseren DNA“ – damit wirbt die US-Firma Intrexon auf ihrer Internetseite. Das Unternehmen aus der Biotech-Branche arbeitet unter anderen an der gentechnischen Veränderung von Tieren. Hierzu hat sie zahlreiche Patente – unter anderem auch beim Europäischen Patentamt – angemeldet. Doch obwohl dies teilweise bereits vier Jahre her ist, startet in Europa erneut ein Angriff auf die Patente von Intrexon.

Im Fokus stehen die Patente EP1572862 und EP1456346. Mit diesen Patenten hat sich der US-Konzern nicht nur die Methodik zur gentechnischen Veränderung von Tieren gesichert, sondern auch die Verwertung der Tiere: Tiere wie Mäuse, Ratten, Katzen, Hunde, Schweine und auch Schimpansen. Dabei baut Intrexon beispielsweise Gene von Insekten in die DNA von Säugetieren ein, um auf deren Erbgut Einfluss nehmen zu können.

Ähnlich ging auch die US-Firma Altor Bioscience vor. Es hatte 2013 vom Europäischen Patentamt ein Patent EP1409646 A4 erhalten, in dem der Konzern menschliches Erbgut in die DNA von Affen verpflanzt. Das hätte die Affen zu Produzenten von menschlichen Antikörpern machen können: Ein lukratives Geschäft mit den Pharmafirmen. 2015 hat das Europäische Patentamt aber dieses Patent nach einem Einspruch mehrere Organisationen widerrufen.

Die Sammeleinsprüche gegen die Patente von Intrexon wurden vom Patentamt 2015 abgelehnt. Wenngleich das Patentamt festgestellt hatte, dass die Patente von Intrexon keinen medizinischen Nutzen hätten. Nun geht der Streit um die Patente auf gentechnische veränderte Tiere in eine neue Runde. Zusammen mit Organisationen wie dem Deutschen Tierschutzbund, der Albert-Schweitzer Stiftung, Pro Wildlife und Jane Goodall hat Testbiotech, ein Institut für Folgenabschätzung in der Biotechnologie, nun eine Beschwerde eingereicht.

„Die Erteilung derartiger Patente führt dazu, dass Unternehmen versuchen, gentechnisch veränderte Tiere auch dann gewinnbringend zu vermarkten, wenn kein medizinischer Nutzen zu erwarten ist“, sagt Christoph Then von Testbiotech. „Patentamt und Patentinhaber machen Tierversuche gemeinsam zu einem unmoralischen Geschäft.“ Zu den Aufsichtsmitgliedern des Konzerns gehört unter anderem auch Robert B. Shapiro, der 1992 bis 2000 für Monsanto direkt arbeitete. Zehn Jahre zuvor war er bei der NutraSweet Company, einem Tochterunternehmen von Monsanto tätig.

Testbiotech zufolge wurden vom Europäischen Patentamt insgesamt bereits rund 5.000 Patente auf Tiere angemeldet. Mehr als 1.500 hat das Europäische Patentamt angenommen. Bei vielen handelt es sich um gentechnisch veränderte Tiere. „Verschiedene Firmen haben sich auf das Geschäft mit diesen Versuchstieren spezialisiert und bewerben deren Verkauf massiv“, heißt es in der Beschwerde. So hat auch die Max-Planck Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften ein Patent auf gentechnisch veränderte Tiere erhalten.

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