Wirtschaft

Arzneimittel-Importeure kämpfen für Importquote

Der Deutsche Apothekerverband und die AOK Baden-Württemberg fordern ein Ende der Importquote. Die tatsächlichen Einsparungen seien nur gering und die Entscheidungsfreiheit der Apotheken sei dadurch massiv eingeschränkt. Die Arzneimittelimporteure halten dagegen. Ein Abschaffen der Importquote würde die Pharmaindustrie lediglich darin unterstützen, die Märkte zur Gewinnmaximierung abzuschotten.

Der Pharmamarkt bleibt ein hart umkämpfter Markt. (Foto: Flickr/"<a href="https://www.flickr.com/photos/lordferguson/15317727437/">Pharma</a>" (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a>) by <a href="https://www.flickr.com/photos/lordferguson/">LordFerguson</a>)

Der Pharmamarkt bleibt ein hart umkämpfter Markt. (Foto: Flickr/“Pharma“ (CC BY-SA 2.0) by LordFerguson)

Kostenersparnisse, Rabattverträge, Lieferengpässe – die deutschen Apotheken haben mit etlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Aus diesem Grund forderte der Deutsche Apothekerverband (DAV) zusammen mit der AOK Baden-Württemberg zu Beginn des Monats ein Ende der Importquote für Arzneimittel. Der Verband der Arzneimittelimporteure hält die Forderung für überzogen.

Bisher sind die Apotheker verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihres Umsatzes mit Fertigarzneimitteln bei den Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung mit Importarzneimitteln zu erzielen. Dem DAV und der AOK zufolge lohne sich der damit verbundene bürokratische Aufwand für die Apotheker nicht. Schließlich würden mit Importarzneimitteln deutlich weniger Einsparungen erreicht werden als mit Rabattverträgen.

Allein die Rabattverträge hätten mit 3,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr fast das 30-fache dessen, was durch Quoten bei Importen erwirtschaftet werden konnte, einsparen können. Die Arzneimittelimporteure rechnen hingegen vor, dass sich die direkten Einsparungen im patentgeschützten Segment durch Importe auf Basis verfügbarer Marktdaten auf 240 Millionen summieren. „Des Weiteren entlasten Importarzneimittel mit geschätzten ca. 3 Milliarden Euro aus dem indirekten Wettbewerbseffekt zusätzlich die Kostenträger im RX-Bereich und liegen damit nicht weit von den genannten Einsparungen der Rabattverträge im generischen Bereich.“

Die bisherige Situation sei wettbewerbswidriger Marktdirigismus pur, kritisiert der AOK-Vorstandsvorsitzender Christopher Hermann. „Die Reimportquote ist reine Planwirtschaft und nützt vor allem den Reimporteuren selbst.“ Das Argument, die Importquote enge die Apotheker zu stark ein, lassen die Importeure jedoch ebenfalls nicht gelten.

Vielmehr seien eine restriktive Belieferung der jeweiligen Märkte durch die Originalhersteller, Marktrücknahmen aus preispolitischen Überlegungen, Produktionsprobleme auch bei Zulieferern oder unvorhersehbare Nachfragesteigerungen als Gründe zu nennen. „Das von der Industrie vorgeschobene Argument hat lediglich zum Ziel, den Wettbewerb durch den Import zu torpedieren und zur eigenen Gewinnmaximierung die Märkte abzuschotten“.

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