Medizin

Antibiotika-Resistenz kann zur weltweiten Gefahr werden

Britische Wissenschaftler haben im Auftrag der Regierung haben Untersuchungen zu den stetig ansteigenden Antibiotika-Resistenten vorgenommen. Die Ergebnisse sind beunruhigend: Bis 2050 könnte sich die Zahl der Infektionen mit Krankheitserregern, gegen die keine Medikamente helfen, verzehnfachen.

Schnelles Verschreiben von Antibiotika und der immense Einsatz in der Nutztierhaltung gefährden das Gesundheitssystem. (Foto: Flickr/Kripos_NCIS/CC by nd 2.0)Schnelles Verschreiben von Antibiotika und der immense Einsatz in der Nutztierhaltung gefährden das Gesundheitssystem. (Foto: Flickr/Kripos_NCIS/CC by nd 2.0)

Schnelles Verschreiben von Antibiotika und der immense Einsatz in der Nutztierhaltung gefährden das Gesundheitssystem. (Foto: Flickr/Kripos_NCIS/CC by nd 2.0)

Derzeit infizieren sich jedes Jahr etwa 700.000 Menschen mit Krankheiten gegen die keine Medikamente helfen. Viel wurde die Problematik der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen in den vergangenen zwölf Monaten diskutiert. Doch der von dem britischen Ökonomen geleitete und durchgeführte Bericht, zeigt, wie akut die Gefahr wirklich ist.

Demnach sei ein Zehn-Punkte-Plan dringend notwendig. Unternehme man nichts gegen diese Ausbreitung, könnten ab dem Jahr 2050 zehn Millionen Menschen an Infektionen sterben, gegen die es keine Medikamente gibt. Das entspricht einem Todesfall alle drei Sekunden. „Antimikrobielle Medikamente verlieren immer stärker an Wirksamkeit und die Welt entwickelt nicht ausreichend neue, um dem etwas entgegenzusetzen“, heißt es in dem Bericht. Kommt es tatsächlich zu einer solch dramatischen Entwicklung, wie zuvor beschrieben, würden die kumulativen wirtschaftlichen Kosten bei etwa 90 Billionen Euro liegen.

Die Pharmafirmen setzen derzeit nicht auf die Entwicklung neuer Antibiotika, oft lohnt sich die Investition in Forschung in diesem Bereich für Unternehmen nicht. Tatsächlich ist hier die Politik gefragt. Es müsste nach Wegen gesucht werden, die Pharmafirmen wieder zur Forschung nach neuartigen Antibiotika zu bewegen bzw. ihnen finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Die Studien-Autoren fordern zudem eine länderübergreifende Kampagne. Das Problem der resistenten Keime aufgrund von zu häufigem Antibiotika-Konsum müsse stärker in die öffentliche Diskussion einfließen. Zu schnell werden heute Antibiotika verschrieben.

Zusätzlich dazu muss ein Umdenken in der Land- und Viehwirtschaft stattfinden. Mehr als 70 Prozent der verkauften Antibiotika in den USA werden bei Tieren eingesetzt. Dem Bericht zufolge gibt es noch einige andere Länder, bei denen Antibiotika bei Tieren häufiger eingesetzt werden als beim Menschen. Aber „viele Länder überprüfen oder veröffentlichen Informationen dieser Art erst gar nicht.“

Dem Bundesinstitut für Risikobewertung zufolge wurden in Deutschland 1.238 Tonnen Antibiotika an tierärztliche Hausapotheken und Tierärzte abgegeben. „Es ist davon auszugehen, dass der größte Anteil dieser Substanzen im Nutztierbereich eingesetzt wird“:

„Es ist davon auszugehen, dass der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung zur Resistenzentwicklung und insbesondere zur Ausbreitung von resistenten Keimen beiträgt. Studienergebnisse zeigen, dass Erreger, die im Stall nachgewiesen werden, entlang der Lebensmittelkette verschleppt werden und über belastetes Fleisch in Privathaushalte gelangen können.“

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  1. In der Humanmedizin wird Studien zufolge viel zu häufig sofort ein Antibiotikum verschrieben , was dann nicht ordnunggemäß eingenommen wird ! Solche oft nicht bis zu Ende durchgeführte Antibiotika – Kur fördert die Bildung von resistenten Keimen ! In der Landwirtschaft wird seit Jahren ein Monitoring durchgeführt ! Bei überdurchschnittlichen Medikamenteneinsatz wird von Amts wegen ein Plan zur Minderung des Medikamenteneinsatzes entwickelt und durchgesetzt ! Diese Maßnahme führte zur rapiden Abnahme des Medikamenteneinsatzes ! Solche Maßnahmen fehlen in der Humanmedizin ! Dort steigt der Antibiotikaeinsatz von Jahr zu Jahr !