Technik

Freiburger Wissenschaftler machen Kernspin für Zahnmedizin möglich

Die mögliche Strahlenbelastung hat das Röntgen in Verruf gebracht. Doch bisher haben Zahnärzte keine anderen Verfahren, um sich ein Bild der Zähne und des Zahnraums zu machen. Wissenschaftler haben jetzt eine Möglichkeit gefunden, ein strahlungsfreies Bildgebungsverfahren zu nutzen.

Mit der Doppelspule aus Kupfer (links) sind deutlich präzisere MRT-Bilder als bisher möglich. Ein Silikonmantel macht die Verwendung für Patienten besonders schonend. (Foto: Ludwig et al. / Scientific Reports)Mit der Doppelspule aus Kupfer (links) sind deutlich präzisere MRT-Bilder als bisher möglich. Ein Silikonmantel macht die Verwendung für Patienten besonders schonend. (Foto: Ludwig et al. / Scientific Reports)

Mit der Doppelspule aus Kupfer (links) sind deutlich präzisere MRT-Bilder als bisher möglich. Ein Silikonmantel macht die Verwendung für Patienten besonders schonend. (Foto: Ludwig et al. / Scientific Reports)

Jedes Jahr werden allein in Deutschland bis zu 48 Millionen Röntgenaufnahmen von Zähnen und Kiefern gemacht. Die Röntgenstrahlung ist seit langem in der Kritik. Vor allem aber, seit eine amerikanische Studie vor den Folgen des häufigen Röntgens für die Zähne warnte. Eine wirklich Alternative gab es bislang jedoch nicht. Am ehesten wäre die strahlungsfreie Magnetresonanztomografie (MRT) eine Lösung. Sie ist strahlungsfrei und könnte auch Nerven sowie das Zahnfleisch darstellen.

Doch bisher waren die Bilder für Zahnärzte nicht hochauflösend genug und die Aufnahme dauerte zu lang. Wissenschaftler und Ärzte des Uniklinikum Freiburg haben nun einen Weg gefunden, das MRT bald in der Zahnmedizin nutzen zu können. Das Team hat dazu eine kabellose Doppelspule aus Metall über die Zahnbereiche gestülpt. Diese kann das MRT-Signal bis zu zehn Mal verstärken. Die Spule ist kaum höher als ein Zentimeter und setzt sich aus zwei parallel angeordneten Metallringen zusammen.

„Aufgrund ihrer elektrophysikalischen Eigenschaften verstärkt die Doppelspule die MRT-Signale des umschlossenen Gewebes“, so die Wissenschaftler. So werde eine Auflösungsgenauigkeit von etwa einem Drittel Millimeter erreicht, die der des Röntgens nahekommt. Die Spule selbst benötigt keine eigene Energie ist nach Aussage des Uniklinikums vollkommen ungefährlich. Die Spule erzeugt eine Hyperpolarisation und verstärkt dadurch das MRT-Signal. Hierbei wird eine höhere Anzahl von Kernspins polarisiert. Dadurch wird das Signal stärker.

Die Spule lässt sich nach Aussagen der Forscher mit allen MRT-Geräten verbinden. Im Uniklinikum kommt sie bereits zum Einsatz. „Vor einer Operation können wir Kieferknochen, Gefäß-Nerven-Stränge und das umgebende Weichgewebe darstellen und so bei der Operation besonders schonend vorgehen, ohne den Nerv zu treffen“, so Katja Nelson weiter.

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