Forschung

Roboter für Intensivstation: Bayern Kapital investiert in Münchner Startup

Die deutschen Krankenhäuser klagen weiterhin über zu hohe Kosten und fehlendes Pflegepersonal. Im Zuge des demografischen Wandels droht sich die Situation noch weiter zu verschärfen. Ein Startup aus München setzt hier an und will Roboter zur Mobilisierung von Intensivpatienten entwickeln. Investoren gibt es bereits, noch in diesem Jahr soll der erste Prototyp entstehen.

Die Nachfrage nach technischer Unterstützung bei der Mobilisierung von Patienten ist gegeben. (Foto: Flickr/ "Élet 250 kiló felett" (CC BY 2.0) by lwpkommunikacio)

Die Nachfrage nach technischer Unterstützung bei der Mobilisierung von Patienten ist gegeben. (Foto: Flickr/ „Élet 250 kiló felett“ (CC BY 2.0) by lwpkommunikacio)

Die Robotisierung in Krankenhäusern ist kaum aufzuhalten. Der Kostendruck bei gleichzeitigem Personalmangel wird zu einem Umdenken in der Versorgung der Patienten führen. 30 Prozent der deutschen Krankenhäuser konnten 2015 trotz eines gestiegenen Umsatzes keinen Jahresüberschuss erwirtschaften. Und auch die Aussichten für dieses Jahr sind nicht gut. Zwei Drittel rechnen einer Roland-Berger Studie zufolge mit einer weiteren Eintrübung.

Ohne gute finanzielle Grundlagen wird es jedoch schwer fallen, zusätzliches Personal zu finden. Die Qualität in den Krankenhäusern droht zu sinken. Mit Blick auf den demografischen Wandel wird sich die Situation wohl noch verschärfen. Denn trotz fehlender Fachkräfte auch im Pflegebereich, werden zukünftig eigentlich noch mehr Pfleger gesucht werden.

Das ist der Ansatz des 2015 gegründeten Münchner Start-ups ReActive Robotics. Das junge Unternehmen arbeitet an der Entwicklung von Robotern, die helfen sollen, Patienten auf Intensivstationen zu mobilisieren. Die Mobilisierung von Patienten ist für das Pflegepersonal und auch Therapeuten ein anstrengender körperlicher Akt. Die Robotechnik von ReActive Robotics soll hier Abhilfe schaffen.

„Mittels robotischer Module, die nach Bedarf am Patientenbett befestigt werden, können Patienten direkt in ihrem Bett mobilisiert werden“, so das Unternehmen. Dadurch entfalle, im Gegensatz zu verfügbaren Lösungen, der zeitintensive und für den Intensivpatienten gefährliche Transfer auf ein separates Therapiegerät.

Persönlichkeiten wie Gerd Hirzinger vom DLR und Hubert Seitz von der Schoen Kliniken Group gehören zu den Beratern des jungen Unternehmens. Die letzte Finanzierungsrunde hat gezeigt, dass ein wirklicher Bedarf besteht. Nach eigenen Angaben haben Bayern Kapital, die TQ-Group und Lead Investor MTIP MedTech Innovation Partners AG dem Unternehmen einen siebenstelligen Investitionsbetrag zugesagt. Mit dem Geld sollen mehrere Prototypen für klinische Studien 2017 entwickelt werden. Anfang 2018 soll das Produkt auf den Markt kommen.

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