Politik

Glyphosat: Widerstand in der Bevölkerung wächst

Die Mehrheit der Deutschen ist gegen eine erneute Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat. Die meisten seien im Gegenzug auch bereit, mehr Geld für Lebensmittel zu bezahlen, wenn die Landwirtschaft auf Glyphosat verzichte. Kurz vor der neuen Abstimmung am Freitag haben sich auch Europaabgeordnete noch einmal in einem Brief an die Bundesregierung gewandt und diese aufgefordert, keiner Zulassung zuzustimmen.

142.773 Unterschriften gegen Glyphosat wurden in dieser Woche an das Landwirtschaftsministerium übergeben. (Foto: Flickr/BUND Bundesverband/CC by 2.0)

142.773 Unterschriften gegen Glyphosat wurden in dieser Woche an das Landwirtschaftsministerium übergeben. (Foto: Flickr/BUND Bundesverband/CC by 2.0)

Am Freitag sollen Vertreter der EU-Staaten erneut über eine Verlängerung der Europa-Zulassung für Glyphosat um bis zu 18 Monate abstimmen. Die aktuelle Genehmigung läuft am Monatsende aus. Bisher hatte sich die Bundesregierung bei den Abstimmungen auf EU-Ebene enthalten, da die SPD sich gegen Glyphosat gestellt hatte.

Den Rückhalt für die Beibehaltung der Enthaltung aus der Bevölkerung hat die Bundesregierung. Die große Mehrheit der Deutschen lehnt einer Umfrage zufolge eine weitere Zulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat in Europa ab. 83 Prozent der Bundesbürger sind gegen eine Zulassungsverlängerung, über die am Freitag auf EU-Ebene entschieden werden soll. Demnach sind drei Viertel der Gegner selbst dann gegen eine weitere Zulassung, wenn das möglicherweise krebserregende Glyphosat kein Krebs verursachen sollte. Zudem gaben laut Greenpeace 96 Prozent der Befragten an, sie seien bei einem Verzicht der Landwirtschaft auf das umstrittene Pestizid bereit, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben. Den Umweltschützern zufolge könnte ohne Glyphosat beispielsweise der Preis für ein Kilo Äpfel um fünf Cent steigen.

Darüber hinaus haben in dieser Woche mehrere Dutzend Europaabgeordnete ebenfalls die Bundesregierung in Berlin aufgerufen, sich gegen die weitere Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat einzusetzen. „Wir appellieren an Sie, den Weg für ein neues Modell einer nachhaltigen, nicht toxischen Landwirtschaft frei zu machen“, schreiben diese. Deutschland solle sich gegen die Verlängerung einsetzen und die EU-Kommission auffordern, die Nicht-Wiederzulassung vorzuschlagen.

„Wir stehen heute an einem Wendepunkt – bitte ergreifen Sie die Chance und stimmen Sie für eine nachhaltige Landwirtschaft“, schreiben die Unterzeichner des unter anderem an Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gerichteten Schreibens.

 

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