Forschung

Luft Dauerspeicher für Abgase: Forscher verwandeln CO2 zu Stein

Forscher haben in einem Pilotprojekt in Island gezeigt, wie klimaschädliches Kohlendioxid sicher unterirdisch gespeichert werden kann. Das CO2 wird innerhalb kurzer Zeit zu Stein, wenn man es in Basaltböden einleitet. Die Entdeckung soll nun helfen, den Klimawandel zu bremsen.

Als festes Gestein soll das CO2 aus der Luft sicher und langfristig unterirdisch gelagert werden. (Foto: Flickr/emanuel balanzategui/CC by nc 2.0)/CO2)

Als festes Gestein soll das CO2 aus der Luft sicher und langfristig unterirdisch gelagert werden. (Foto: Flickr/emanuel balanzategui/CC by nc 2.0)/CO2)

Ein Pilotprojekt in Island hat gezeigt, wie Kohlenstoffdioxid sicher in Basaltgestein gespeichert werden kann. Die Forscher sind überzeugt, mit ihrer Methode den perfekten Dauerspeicher für CO2 gefunden zu haben. „Für eine dauerhafte Speicherung bietet dies ultimative Sicherheit. Wir machen es einfach wieder zu Stein“, so Juerg Matter von der britischen Universität Southampton.

Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass in Wasser gelöstes CO2 weit schneller als gedacht zu festem Karbon-Gestein wird, wenn man es in vulkanische Erde einspritzt. Bislang gingen die Experten davon aus, dass diese Umwandlung hunderte oder tausende von Jahren dauert und damit als Klimaschutzmethode ungeeignet wäre. Weil Basalt jedoch das Wasser in feinen Kanälen gefangen hält und es so schneller mit Spurenelementen anreichert, passiert die Mineralisation hier weitaus schneller.

„Das bedeutet, dass wir große Mengen von CO2 in den Untergrund pumpen und es dort über sehr lange Zeit sicher lagern können“, so der Koautor der Studie, Martin Stute von der Columbia University. Zudem ist Basalt eines der häufigsten Gesteine der Erde und kommt vor allem nahe vulkanischen Gebieten vor, wie das Fachmagazin New Scientist berichtet. Karbongestein sei zudem sehr stabil.

Die Methode hat daher einen entscheidenden Vorteil gegenüber ähnlichen Ansätzen zur unterirdischen Speicherung von CO2, das sogenannte CCS: Einmal eingeleitet bräuchte man sich nicht mehr um die Lagerung zu kümmern, aufwendige und kostspielige Kontrollen entfallen.

Die Reduzierung von CO2-Emissionen ist für zahlreiche Länder spätestens seit der Klimakonferenz in Paris Staatsziel, das mit Programmen zur Reduzierung fossiler Brennstoffe und des allgemeinen Energieverbrauchs erreicht werden soll. Offen bleibt jedoch, wie der bereits vorhandenen CO2-Überschuss in der Atmosphäre wieder abgebaut werden soll. Einer aktuellen Studie zufolge wird im Jahr 2016 das atmosphärische CO2-Level erstmals seit drei Millionen Jahren den Grenzwert von 400 Teilchen pro Million überschreiten – und in den nächsten Jahrzehnten mit Einsparungen allein nicht wieder unterschreiten.

Dabei gibt es bereits Ansätze, wie das CO2 aus der Atmosphäre herausgefiltert werden kann. Neben der unterirdischen Speicherung sind auch verschiedene Projekte zur gewinnbringenden Nutzung des Gases in der Entwicklung: So könnte man das CO2 mit einer Art Photosynthese wieder in Kohlenwasserstoffe zurückverwandeln und diese wiederum als Treibstoff nutzen. In dem entstehenden Kreislauf würde das CO2 zwar nicht weniger, es würde jedoch zumindest immer wieder „recycelt“ und somit auch nicht mehr. Auch die Herstellung von Plastik aus CO2 ist so möglich. Letztlich könnte durch die Technologien der Energieerhaltungssatz angewendet werden und die Abgase der verbrannten fossilen Brennstoffe erneut zur Energieerzeugung genutzt werden.

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