Wirtschaft

Krankenkassen erzielen Überschuss

Die finanzielle Situation der gesetzlichen Krankenkassen hat sich im ersten Quartal gefestigt. Die 118 Kassen fuhren bis Ende März einen Überschuss von 406 Millionen Euro ein. Den Einnahmen von 55,82 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 55,41 Milliarden Euro gegenüber.

Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung stiegen im 1. Quartal 2016 je Versicherten um 2,4 Prozent. (Foto: Flickr/Lwp Kommunikáció/CC by 2.0/Szex vészhelyzetek)

Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung stiegen im 1. Quartal 2016 je Versicherten um 2,4 Prozent. (Foto: Flickr/Lwp Kommunikáció/CC by 2.0/Szex vészhelyzetek)

 

Im ersten Quartal des Vorjahres stand noch ein Defizit von knapp 170 Millionen Euro in den Büchern, Ende 2015 gar von 1,14 Milliarden. Die Kassen hatten daher zum 1. Januar die Zusatzbeiträge für die Mitglieder im Schnitt deutlich erhöht.

Den höchsten Überschuss erreichten die Ersatzkassen mit 206 Millionen Euro. Die AOKen (72 Millionen Euro) und die Knappschaft-Bahn-See (55 Millionen) folgten. Die BKKen konnten immerhin noch einen Überschuss von 38 Millionen Euro aufweisen, die IKKen verbuchten ein Plus von 33 Millionen Euro.

Nach Angaben des Ministeriums stiegen damit nun die Finanz-Reserven der gesetzlichen Kassen auf 14,9 Milliarden Euro. Damit stünden die Kassen auch im Jahr 2016 „auf einer sehr soliden Grundlage“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Für 2016 sei insbesondere wegen der günstigen konjunkturellen Lage mit einer positiven Einnahmeentwicklung zu rechnen. Das Ergebnis zum ersten Quartal lag auch leicht besser als im Herbst prognostiziert.

Dennoch lassen sich nach Angaben einer Sprecherin keine Aussagen zur Finanzsituation am Jahresende machen. Experten gehen von weiter steigenden Beitragssätzen aus, unter anderem wegen höherer Kosten aufgrund des medizinischen Fortschritts. Im ersten Quartal stiegen die Ausgaben pro Versichertem um rund 3,2 Prozent. Für ambulante ärztliche Behandlungen betrug der Zuwachs 3,9 Prozent, für Krankenhausbehandlungen 2,4 Prozent. Die Arzneiausgaben zogen pro Versichertem um etwa drei Prozent an.

Sorgen bereitet den Kassen aber weiterhin die Niedrigzinspolitik der EZB. Das erste Mal überhaupt musste der Gesundheitsfonds im vergangenen Jahr für die hohen Summen, die wenige Tage regelmäßig auf seinen Konten liegen, Strafzinsen zahlen. Die auf den Konten des Fonds eingehenden Beiträge werden gesammelt und zwischen dem 1. und dem 15. des darauffolgenden Monats an die 118 Krankenkassen ausgezahlt. Diese wiederum verteilen ihr erhaltenes Geld ebenfalls auf mehrere Banken, um nicht auch noch Strafzinsen zahlen zu müssen.

Das derzeit noch hohe Geldvermögen der großen Sozialversicherungsträger sei jedoch liquide und sicher angelegt, so der BVA-Präsident Frank Plate in der FAZ. Sein Amt werde eine ordnungsgemäße Anlage des Vermögens weiterhin schwerpunktmäßig prüfen, „gerade auch in Zeiten einer Niedrigverzinsung beziehungsweise von Negativzinsen“. Das Institut sprach von einem drohenden Defizit der Kassen und Gesundheitsfonds in Höhe von 3,3 Milliarden in diesem Jahr.

Auffällig war zudem die Deutliche Zunahme bei den Ausgaben für Präventionsleistungen (nach §20 FF. SGB V). Diese stiegen in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 45 Prozent: von 73 auf 106 Millionen Euro. Dabei erhöhten sich sowohl die Ausgaben für die Leistungen zur Primären Prävention, zur Betrieblichen Prävention und zur Gesundheitsförderung in der „nichtbetrieblichen“ Prävention.

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