EU

Unzureichende Versorgung: Jeder dritte Sterbefall in der EU vermeidbar

Nicht nur in Entwicklungsländern herrscht ab und an eine unzureichende Gesundheitsversorgung. Ein aktueller EU-Bericht zeigt, dass auch in EU-Ländern nicht selten die Gesundheitsversorgung optimal funktioniert. So hätten mehr als 500.000 Sterbefälle hätten verhindert werden können.

Anteil der Sterbefälle, die mit dem heutigen medizinischen Kenntnisstand und den technischen Möglichkeiten vermeidbar gewesen wären, in den Mitgliedstaaten, 2013 (in % aller Sterbefälle in der Bevölkerung unter 75 Jahren). (Grafik: Eurostat)Anteil der Sterbefälle, die mit dem heutigen medizinischen Kenntnisstand und den technischen Möglichkeiten vermeidbar gewesen wären, in den Mitgliedstaaten, 2013 (in % aller Sterbefälle in der Bevölkerung unter 75 Jahren). (Grafik: Eurostat)

Anteil der Sterbefälle, die mit dem heutigen medizinischen Kenntnisstand und den technischen Möglichkeiten vermeidbar gewesen wären, in den Mitgliedstaaten, 2013 (in % aller Sterbefälle in der Bevölkerung unter 75 Jahren). (Grafik: Eurostat)

2013 starben 1,7 Millionen Menschen, die das 75. Lebensjahr nicht erreicht haben. 33,7 Prozent dieser Sterbefälle hätten Eurostat zufolge mit dem heutigen medizinischen Wissen und den vorhandenen technischen Möglichkeiten vermieden werden können. Das sind immerhin 577.500. Die überwiegende Mehrheit der „verhinderbaren“ Todesfälle ist auf Herzinfarkte (184.800) zurückzuführen. Zusammen mit Schlaganfällen (94.0000) machten die Herzinfarkte fast die Hälfte der vermeidbaren Todesursachen aus.

„Dem Begriff der vermeidbaren Sterblichkeit liegt die Vorstellung zugrunde, dass bestimmte Sterbefälle (bei gewissen Altersgruppen bzw. Krankheiten) „vermieden“ werden könnten, d. h. zum jeweiligen Zeitpunkt nicht eingetreten wären, wenn rechtzeitige und wirksame Gesundheitsversorgung vorhanden gewesen wäre“, heißt es im Bericht. Zwar könne der Indikator zur Sterblichkeit, die durch optimale Gesundheitsversorgung vermeidbar wäre, nicht als definitives Maß für die Qualität des Gesundheitswesens dienen, er liefere jedoch Hinweise über die Qualität und die Leistungsfähigkeit der Gesundheitspolitik eines Landes.

Mit 23,8 Prozent vermeidbarer Sterbefälle hat Frankreich die geringsten Sterbefälle in der EU. In Deutschland lag die Zahl bei 31,4 Prozent. Trauriger Anführer der Statistik ist Rumänien, gefolgt von Lettland, Litauen und der Slowakei: In allen drei Ländern waren es zusammen 69.746.

Weltweit gibt es 16 Millionen vermeidbare, vorzeitige Todesfälle. Nicht immer liegt dies aber an einer unzureichenden Versorgung. Ausschlaggebend sind häufig auch falsche Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum und Bewegungsmangel. Hieraus resultieren letztendlich auch Herz- Kreislauferkrankungen, Krebs und Depressionen, die in Folge zu einem vorzeitigen Tod führen können. Die WHO rechnet damit, dass bis 2030 die Zahl der vermeidbaren Todesfälle auf 21 Millionen Menschen jährlich ansteigen wird.

 

Wichtigste Kategorien von Sterbefällen, die mit dem heutigen medizinischen Kenntnisstand und den technischen Möglichkeiten vermeidbar gewesen wären, in der EU, 2013. (Grafik: Eurostat)Wichtigste Kategorien von Sterbefällen, die mit dem heutigen medizinischen Kenntnisstand und den technischen Möglichkeiten vermeidbar gewesen wären, in der EU, 2013. (Grafik: Eurostat)

Wichtigste Kategorien von Sterbefällen, die mit dem heutigen medizinischen Kenntnisstand und den technischen Möglichkeiten vermeidbar gewesen wären, in der EU, 2013. (Grafik: Eurostat)

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