Lebensmittel

Rückruf: Gentechnik im Fruchtsaft gefunden

Mit TTIP fürchten viele Bürger den massiven Einzug von Gentechnik in unsere Nahrungsmittel. Tatsächlich findet sich diese jedoch schon jetzt in unseren Regalen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat deshalb aktuell vor einem Fruchtsaft gewarnt.

Die für den Verkauf in Deutschland zuständige Firma hat den Saft zurückgerufen. (Foto: BLV)

Die für den Verkauf in Deutschland zuständige Firma hat den Saft zurückgerufen. (Foto: BLV)

Die Hamburger Firma Schroeder KG importiert einen „Tropischen Fruchtcocktail mit Maracujasaft“ in 425g schweren Dosen. Doch das Getränk musste nun zurückgerufen werden. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit fand einen gentechnisch veränderten Organismus in dem Getränk. Der Fruchtsaft stammt aus Thailand.

Das Etikett spricht von einer Fruchtmischung aus Ananas, roter Papaya, Guave, Wasser, Zucker, Maracujasaft, Bananenpüree, Säuerungsmittel und Zitronensäure. Möglicherweise ist der festgestellte gentechnisch veränderte Organismus auf die Papaya zurückzuführen. In Thailand gab es Freilandversuche mit gentechnisch veränderte Pflanzen dieser Art, schreibt der Informationsdienst Gentechnik.

Zwar dürfen gentechnisch veränderte Nahrungs- und Lebensmittel in der EU verkauft werden, doch diese müssen extra gekennzeichnet werden. Das war bei dem Fruchtcocktail nicht der Fall. Die Regeln zu gentechnisch veränderten Lebens- und Nahrungsmitteln sind auch im Zuge der TTIP- und CETA-Verhandlungen umstritten. So müssen hierzulande Fleischprodukte aus Tieren, die mit Genfutter versorgt wurden, nicht extra gekennzeichnet werden.

Für die USA ist einer der zentralen Punkte für TTIP der bessere Zugang von landwirtschaftlichen Produkten aus den USA in die EU. Bisher wurden vor allem gentechnisch veränderte Produkte nicht zugelassen. Und die EU-Kommission betonte, dass dies auch mit TTIP nicht geschehe. Doch das soll sich, so wünschen es die USA, bald ändern. Im Kapitel Landwirtschaft werden dafür die Grundlagen gelegt:

„Die Parteien sollten daran arbeiten, die internationale, landwirtschaftliche Entwicklung zu fördern und die globale Ernährungssicherheit zu verbessern:

  • (…) indem sie ungerechtfertigte Handelsmaßnahmen vermeiden, die die weltweiten Lebensmittelpreise in die Höhe treiben oder Preisschwankungen erhöhen, insbesondere durch die Vermeidung von Ausfuhr-Steuern. (…)
  • durch die Förderung und Unterstützung der Forschung und Bildung, um neue, innovative landwirtschaftliche Produkte und Strategien zu entwickeln (…) (Article X.2)“

Auch im Kapitel Sanitary and Phytosanitary Measures geht es um bestimmte landwirtschaftliche Produkte, die importiert werden könnten. Trotzdem es der EU-Kommission zufolge also keine Gentechnik-Produkte mit TTIP geben soll, haben die USA mehrere Passagen zum Thema Import von „Produkten moderner, landwirtschaftlicher Technologie“ in den Dokumenten festgehalten. Dort, „wo eine Zulassung eines Produktes moderner, landwirtschaftlicher Technologie für den Import notwendig ist (…), soll auch jederzeit durch jeden eine Zulassung beantragt werden können“.

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