Wirstchaft

Bosch verschreibt sich dem Kampf gegen Krebs

Krebs gehört neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen zu den häufigsten Todesursachen in der EU. Etliche Krebsfällle sind dabei auch auf die Arbeit der Erkrankten zurückzuführen. Die Pharamaindustrie hat ihre Investitionen im Bereich der Krebsforschung erhöht. Bosch will sich nun ebenfalls auf dem Gebiet engagieren.

Prof. Dr. Joachim Rogall, Geschäftsführer Robert Bosch Stiftung; Ullrich Hipp, Geschäftsführer RBK; Prof. Dr. Mark Dominik Alscher, Geschäftsführender Ärztlicher Direktor RBK; Prof. Dr. Michael Boutros, komm. Wissenschaftlicher Vorstand DKFZ; Prof. Dr. Josef Puchta, kaufmännischer Vorstand DKFZ; Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung Robert Bosch GmbH (v.l.n.r.). (Foto: KD Busch, Bosch)

Prof. Dr. Joachim Rogall, Geschäftsführer Robert Bosch Stiftung; Ullrich Hipp, Geschäftsführer RBK; Prof. Dr. Mark Dominik Alscher, Geschäftsführender Ärztlicher Direktor RBK; Prof. Dr. Michael Boutros, komm. Wissenschaftlicher Vorstand DKFZ; Prof. Dr. Josef Puchta, kaufmännischer Vorstand DKFZ; Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung Robert Bosch GmbH (v.l.n.r.).
(Foto: KD Busch, Bosch)

Etliche Krebsfälle sind dabei auch auf die Arbeit der Erkrankten zurückzuführen. Die Pharmaindustrie hat ihre Investitionen im Bereich der Krebsforschung erhöht. Bosch will sich nun ebenfalls auf dem Gebiet engagieren.

Die steigende Zahl der Krebsfälle ist alarmierend und zeigt, wie dringend notwendig weitere Forschungen auf diesem Gebiet sind. Die Weltgesundheitsorganisation rechnet mit einem Anstieg der jährlichen Neuerkrankungen auf rund 20 Millionen bis 2025. In Deutschland sterben pro Jahr rund 224.000 Menschen an Krebs. Chemotherapie, Tabletten, OPs, Immuntherapie und Ernährungsumstellung – das sind nur wenige der diversen Behandlungsansätze, die im Fall einer Krebserkrankung erwogen werden. Je nach Krebsart werden davon aber meist sehr schnell einige ausgeschlossen. Mit dem Älterwerden der westlichen Gesellschaften steigt auch die Zahl der an Krebs Erkrankten.

Es ist davon auszugehen, dass die Onkologie auch in den kommenden Jahren weiterhin ein Wachstumsmarkt bleiben wird. Die IMS Health Study rechnet mit einem Wachstum zwischen 7,5 und 10,5 Prozent bis 2010 und einem Marktvolumen von schätzungsweise 150 Milliarden Dollar.

Nun haben auch die Robert Bosch Stiftung, das Robert-Bosch-Krankenhaus (RBK) und die Bosch-Gruppe erklärt, im Bereich der Krebsbekämpfung zu agieren. „Zentraler Baustein des Bündnisses gegen Krebs ist das neue Robert Bosch Zentrum für Tumorerkrankungen sowie die geplante Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ)“, so die Bosch-Stiftung. Das Zentrum werde Teil des RBK und verstärkt den Bereich der Krebsforschung, um Patienten durch moderne Präzisionsonkologie eine individualisierte Therapie zu ermöglichen.

Insgesamt sollen 24 Millionen Euro bis 2020 gezielt in die Krebsforschung fließen. „Unsere Hoffnung ist, dass durch das Umfeld mit starken technischen Fakultäten und der Expertise der ansässigen Firmen in Kombination mit der neuen Studieneinheit, individualisierter Arzneimitteltherapie und Einsatz neuester Informationstechnologien vorbildliche Therapien angeboten werden können“, sagt Dominik Alscher, der geschäftsführende Ärztliche Direktor des Robert-Bosch-Krankenhauses.

„Als das Unternehmen, das sich der ‚Technik fürs Leben‘ verschrieben hat, sagen wir gemeinsam mit unseren Partnern dem Krebs den Kampf an“, sagte Bosch-Chef Volkmar Denner. Ab sofort erhielten Mitarbeiter, die an einem Tumor erkrankt sind, auf Firmenkosten Zugang zur neuesten Krebsdiagnostik im RBK. “Unser Ziel ist klar: Mit Hilfe der Präzisionsdiagnostik wollen wir die Chance für eine erfolgreiche Krebstherapie verbessern – das hilft betroffenen Mitarbeitern, ihren Familien und Freunden – und nicht zuletzt ihren Kollegen am Arbeitsplatz. Wir sehen uns hierbei in der sozialen Tradition unseres Gründers Robert Bosch.“

Google hat sich ebenfalls mit dem Thema Krebs beschäftigt. Das Unternehmen arbeitet an Nanopartikeln, die Krebs im Körper aufspüren können. Ein magnetisches Armband soll die Partikel an das Handgelenk rufen, hier sollen dann diejenigen, die Krebszellen geortet haben, aufleuchten. Das Lichtsignal wird dann durch die Haut hindurch ausgelesen. Die Nanomedizin funktioniert nach einem Bericht des Business Insider folgendermaßen: Ein Patient schluckt eine Pille, die Millionen Nanopartikel enthält. Diese sind so klein, dass mehr als tausend davon in ein einziges Blutkörperchen passen.

Derzeit steht der Mainzer Wissenschaftler Ugur Sahin zusammen mit seiner Firma BioNTech AG und dem Partnerinstitut für transatlantische Forschung (TRON) kurz vor einem Durchbruch in der Krebsforschung. Im Wissensmagazin Nature veröffentlichte Sahin eine Studie mit dem „weltweit ersten Beispiel einer klinisch relevanten und systemischen mRNA-Krebsimmuntherapie“ („Systemische RNA-Zuführung zu dendritischen Zellen nutzt antivirale Abwehr für Krebsimmuntherapie”).

Hintergrund der Studie ist eine Methode, mit der die körpereigenen Abwehrkräfte aktiviert werden, um Krebszellen zu zerstören. Zwar wäre das eigene Immunsystem theoretisch in der Lage, die Krebszellen zu vernichten, doch meist erkennt der Körper die Krebszellen nicht als Feinde an. Hier haben die Wissenschaftler angesetzt. Dabei werden Nanopartikel mit einem mRNA-Impfstoff auf dendritische Zellen in den Lymphknoten, im Knochenmark und in der Milz gerichtet.

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