Politik

Ärztemangel: Brandenburg setzt auf ausländische Kräfte

Seit Ende 2010 hat sich die Zahl der Ärzte mit ausländischen Wurzeln in Brandenburg nahezu verdoppelt. Doch weiterhin herrscht Ärztemangel. Händeringend such die Landesärztekammer Brandenburg nach weiteren Ärzten. Im Bereich der Pflege sieht es nicht besser aus.

Vor allem in Krankenhäusern werden weitere Ärzte gebraucht. (Foto: Flickr/ILO in Asia and the Pacific/CC by nc nd 2.0)

Vor allem in Krankenhäusern werden weitere Ärzte gebraucht. (Foto: Flickr/ILO in Asia and the Pacific/CC by nc nd 2.0)

Von den 9.500 berufstätigen Ärzten in Brandenburg haben mittlerweile 1.100 ausländische Wurzeln. Die Zahl der Ärzte aus anderen Ländern hat sich stark erhöht. Wie die Daten der Landesärztekammer Brandenburg zeigen, arbeitet ein Großteil dieser Ärzte in Krankenhäusern. Die meisten Ärzte haben Wurzeln in Polen, Rumänien, Russland, Bulgarien und Griechenland.

Das Land Brandenburg benötigt dringend Fachpersonal. Sowohl bei Ärzten als auch im Pflegepersonal. „Auch in Brandenburg werden im Bereich der Amtsärztinnen und Amtsärzte Nachwuchskräfte händeringend gesucht“, heißt es vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit. Ähnliches ist einem aktuellen Aufruf der Landesärztekammer Brandenburg zu entnehmen:

„Sie sind ausgebildete Ärztin/ausgebildeter Arzt oder Krankenschwester/ Krankenpfleger und wollen in Deutschland in Ihrem Beruf arbeiten? Sie haben in Ihrem Herkunftsland Medizin studiert oder eine Ausbildung zur Pflegefachkraft begonnen, konnten Ihre Ausbildung nicht beenden, wollen dies aber in Deutschland tun? Die Landesärztekammer Brandenburg möchte Ihnen helfen, sich in Deutschland so schnell wie möglich in das Arbeitsleben zu integrieren. Dazu hat die LÄKB eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, der syrische Ärzte, die bereits seit mehreren Jahren im Land Brandenburg ihren Beruf ausüben, sowie Vorstandsmitglieder der Landesärztekammer angehören. Geplant ist, Wege aufzuzeigen, um in kürzester Zeit die behördlichen Strukturen zu verstehen, um schnellstmöglich in Deutschland arbeiten zu können.“

Ähnlich sieht es in der Pflege aus. „Die langfristige Sicherung der pflegerischen Versorgung ist eine der größten Herausforderungen, vor der wir gegenwärtig stehen“, sagte Sozialministerin Diana Golze. 103.000 Menschen in Brandenburg sind derzeit pflegebedürftig. Hält diese Entwicklung an, werden es 2040 rund 174.000 Pflegebedürftige sein. In einer Studie des Instituts für sozialökonomische Strukturanalysen und des Instituts für Medienforschung und Urbanistik zeigte sich, dass zwischen 2020 und 2030 zusätzliche 17.600 Pflegefachkräfte benötigt würden.

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