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Unruhe in Florida: Sprunghafter Anstieg der Zika-Fälle

Mittlerweile gibt es in Florida 14 Fälle, bei denen sich Menschen über Mücken mit dem Zika-Virus angesteckt haben. Die Zahl der Infizierten hat nun die amerikanische Gesundheitsbehörde alarmiert. Ein Notfallteam soll eine Eindämmung des Virus umsetzen und die Fälle untersuchen.

Frühestens im November sollen erste Tests mit einem potentiellen Zika-Impfstoff durchgeführt werden. (Foto: Flickr/Eric Stavale/CC by nd 2.0)Frühestens im November sollen erste Tests mit einem potentiellen Zika-Impfstoff durchgeführt werden. (Foto: Flickr/Eric Stavale/CC by nd 2.0)

Frühestens im November sollen erste Tests mit einem potentiellen Zika-Impfstoff durchgeführt werden. (Foto: Flickr/Eric Stavale/CC by nd 2.0)

Die amerikanischen Gesundheitsbehörden haben eine Reisewarnung für Schwangere Frauen nach Miami ausgesprochen. Nachdem zehn Fälle bekannt geworden waren, bei denen Menschen von lokalen Mücken mit dem Zika-Virus infiziert wurden, ist die Zahl nun auf 14 angestiegen.

Die Situation wird als so bedrohlich eingestuft, dass der Gouverneur Floridas, Rick Scott, die amerikanische Gesundheitsbehörde (CDC) darum gebeten hat, ein Notfalleinsatzteam zu senden. Acht Experten sollen die Fälle in Florida untersuchen und helfen, die Verbreitung einzudämmen.

Interessanterweise hatte es kürzlich eine Studie der Oswaldo Cruz Foundation in Rio de Janeiro gegeben, die zeigte, dass eine Infektion mit dem Virus durch Mücken verhindert werden könnte.

Mitte Juni hatte das österreichische Unternehmen Themis Bioscience zusammen mit dem Institut Pasteur angekündigt, in den kommenden zwölf Monaten klinische Studien mit ihrem entwickelten Zika-Impfstoff zu beginnen. Darüber hinaus arbeitet das Institut Evando Chagas zusammen mit der Universität Texas ebenfalls an einem Impfstoff. Hier sind erste Tests an Affen und Mäusen für November geplant. Mit dem Bakterium Wolbachia infizierte Mücken trugen weniger Teile des Zika-Virus in sich, sodass die Übertragung der Krankheit auf den Menschen erschwert wurde, wie aus einer, in der Zeitschrift „Cell Host & Microbe“ veröffentlichten, brasilianischen Studie hervorgeht.

Dem Robert Koch Institut zufolge breitet sich der Zika-Virus derzeit in 50 Ländern Mittel- und Südamerikas aus. Ende April war die erste autochthone Übertragung auf sexuellem Wege in Deutschland bekannt geworden. Schätzungen gehen von 500.000 bis 1,5 Millionen infizierter Menschen aus. Anfang Februar hat die WHO im Falle des Zika-Virus den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

Vor allem mit Blick auf die bald steigenden Temperaturen warnte die WHO vor einer schnelleren Ausbreitung. Auch Europa ist davon nicht gänzlich ausgenommen, so die WHO:

„Jedes Land der Europäischen Region, in dem Mücken der Gattung Aedes vorkommen, ist in Bezug auf eine Ausbreitung des Zika-Virus gefährdet. Auch wenn inzwischen eine Anzahl von mit dem Virus infizierten Personen in die Länder der Europäischen Region eingereist sind, so ist die Krankheit doch bisher nicht weiter übertragen worden, da die Stechmücken noch nicht aktiv sind. Zu Beginn der Frühjahrs- bzw. Sommersaison erhöht sich allerdings die Gefahr einer Ausbreitung des Zika-Virus.“ Der Zika-Virus hat seit seinem Ausbruch in Brasilien auch einen großen Schatten auf die Olympischen Spiele geworfen.

Das Virus wird über Mückenstiche übertragen, es gab jedoch auch Infektionen nach sexuellem Kontakt, und gilt vor allem für Schwangere als gefährlich. Tausende Missbildungen bei Neugeborenen werden in Brasilien mit Zika in Verbindung gebracht. Aus Brasilien wurden inzwischen rund mutmaßliche 4000 Fälle der sogenannten Mikrozephalie gemeldet. Das ist 30-mal mehr als etwa im Jahr 2010. Die Gehirne betroffener Babys sind deutlich kleiner als bei gesunden Kindern. Eine Zika-Infektion soll bei rund 80 Prozent der Betroffenen ohne Symptome verlaufen, die ähnlich wie bei dem Dengue-Virus mit Fieber, Ausschlag und geröteten Augen bestehen.

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