Finanzen

Versicherte schulden Krankenkassen Milliarden

Nicht nur niedrige Zinsen und steigende Arzneimittelpreise belasten die deutschen Krankenkassen. Immer stärker steigen mittlerweile die Schulden der Versicherten bei den Kassen an. Innerhalb nur eines Jahres stiegen die Beitragsschulden noch einmal um 1,2 Milliarden Euro, so die aktuellen Zahlen des GKV-Spitzenverbandes.

Insgesamt schulden die Versicherten den Krankenkassen mittlerweile 4,48 Milliarden Euro. 2011 waren es noch gut eine Milliarde Euro. Vor allem freiwillig Versicherte konnten bzw. wollten nicht zahlen. Insolvenzen, finanzielle Instabilität und vorübergehende Zahlungsunfähigkeit seien die Gründe.

Viel können die Kassen hier jedoch nicht unternehmen. „Bei Mitgliedern, die nicht in der Lage sind, den notwendigen Lebensunterhalt einschließlich der Aufwendungen für die Krankenversicherung aus eigenen Kräften und Mitteln zu bestreiten, sind die Instrumente zur Durchsetzung des Beitragsanspruchs weitgehend wirkungslos“, so der GKV-Spitzenverband. Entsprechend fordert der Verband die Regierung zur Unterstützung auf. Wenn es eine staatliche Versicherungspflicht gebe, so bedürfe es auch einer staatlichen Finanzierung bei Beitragsausfällen.

Gerade mit Blick auf die hohen Arzneimittelpreise sind die Kassen auf die Beiträge angewiesen. „Es ist an der Zeit, dass bei den Arzneimitteln endlich der Nutzen für die Versicherten und nicht mehr der Gewinn für die Pharmaindustrie im Vordergrund steht“, sagt Doris Pfeiffer von der GKV.

Eine aktuelle Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt jüngst, dass Deutschland in Sachen Arzneimittelpreise Spitzenreiter in der EU ist. So lagen beispielsweise die Preise in Großbritannien 16 Prozent und in Dänemark sogar 27 Prozent unter denen in Deutschland. In Frankreich lagen die Preise sogar 30 Prozent unter den deutschen. Nach einem erneuten Rekordanstieg lagen die Arzneimittelausgaben der deutschen Kassen 2015 bei 37,0 Milliarden Euro.

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