Forschung

Forscher brauen Bier aus Urin

Ein weicher, fruchtiger Charakter, so bezeichnet eine belgische Brauerei ihr neues Bier. Die besondere Zutat: Urin. Mit rund 1.000 Liter gesammelten Urin soll letztlich aber eigentlich billigen Dünger für Entwicklungsländer hergestellt werden.

Die Wissenschaftler der Universität Gent machen mit ihrem Urin-Bier dem belgischen Wahrzeichen Manneken Pis alle Ehre. (Foto: Flickr/ Arild Finne Nybø/Cc by sa 2.0)

Die Wissenschaftler der Universität Gent machen mit ihrem Urin-Bier dem belgischen Wahrzeichen Manneken Pis alle Ehre. (Foto: Flickr/ Arild Finne Nybø/Cc by sa 2.0)

Die wilden Brauer, De Wilde Brouwers van Gent, so nennt sich die Brauerei, in der belgische Wissenschaftler der Universität Gent ihr Urin-Bier brauen. Alte Gärtanks und Kessel von anderen Brauereien wurden dafür recycelt. Das Ergebnis ist eine Mikro-Brauerei. „Die Brauerei ist das Ergebnis wahr gewordener Jugendträume frei nach dem Motto: Wir haben wenig Geld, aber viel Zeit“, so die Besitzer der Brauerei.

Die Wissenschaftler der belgischen Universität Gent wollen hier aus Urin Bier brauen lassen. Bei einem Festival baten sie dafür die Besucher, ein spezielles Pissoir zu benutzen. So konnten etwa 1.000 Liter Urin gesammelt werden. Aus diesen 1.000 Litern wurden in einer speziellen Anlage Kalium, Phosphor und Stickstoff herausgefiltert. Übrig blieben 950 Liter Trinkwasser.

Nachdem das so gewonnene Trinkwasser von den staatlichen Laboren geprüft worden ist, soll es zum Brauen eines Bieres verwendet werden. Viele fänden das eklig, sagte Wasserexperte Arne Verliefde von der Universität Gent. Aber das Trinkwasser sei geschmacksneutral und schadstofffrei. Zuvor hatten die Wissenschaftler mit der Brauerei bereits Bier aus Abwasser hergestellt.

Das Filterverfahren der Belgier soll letztlich in Entwicklungsländern genutzt werden. Die Bauern dort haben meist keine Möglichkeit, Dünger zu erhalten. Die bisherigen Versuche aber zeigen, dass man aus 1.000 Litern Urin ausreichend Dünger gewinnen könnte, um 135 Kilogramm Mais zu produzieren. Würde man entsprechende Anlagen bei großen Events wie Festivals, Sportereignissen oder auf Flughäfen aufstellen, käme schnell eine große Menge Urin zusammen.

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