Forschung

Wissenschaftler kommen Asthma auf die Spur

Atemwegserkrankungen wie Asthma sind in Deutschland keine Seltenheit. Die gemeinhin als Luftnot bezeichnete Krankheit kann bedeuten, ein Leben lang Medikamente nehmen zu müssen. Britische Forscher haben nun etwas entdeckt, was die Medikation beim Asthma grundlegend verändern könnte.

Weltweit leiden drei Millionen Menschen unter Asthma. (Foto: Flickr/ NIAID/Cc by 2.0)

Weltweit leiden drei Millionen Menschen unter Asthma. (Foto: Flickr/ NIAID/Cc by 2.0)

Die Zahl der Kinder mit Asthma hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Allein in Deutschland haben fünf Prozent der Erwachsenen und zehn Prozent der Kinder Asthma. Neben dem Belastungs-Asthma geht es dabei aber häufig um Atemnot, die mit Allergien etc. einhergehen. Außer Übungen und der Inhalation von Medikamenten kann nicht viel unternommen werden. Doch eine neue Entdeckung könnte den traditionellen Blick auf Asthma jetzt ins Wanken bringen und gelichzeitig neue Therapien ermöglichen.

Wenn es sich nicht um Belastungsasthma handelte, gingen die Wissenschaftler bisher davon aus, dass Allergene die Atemwegserkrankungen auslösen. Die immer häufiger bei Kindern auftretenden Allergien galten angesichts der steigenden Zahl erkrankter Kinder als wichtiges Indiz. Doch Wissenschaftler der Universität Southampton haben eine andere Theorie entwickelt.

Sie fanden das Gen „ADAM33“. Dieses bewirkt im Körper, dass ein Enzym produziert wird, welches normalerweise verletzten Muskeln bei der Regeneration hilft. Bei Asthmatikern sorgt das Gen ADAM33 dafür, dass neue Muskeln und Gefäße gebildet werden. Dadurch entsteht ein Umbau der Atemwege, der bisher auf Allergene bzw. Entzündungsprozesse geschoben wurde.

An Mäusen konnten die britischen Wissenschaftler bereits nachweisen, dass der Umbau der Atemwege und die dadurch ausgelöste Verengung dieser auf das Gen zurückzuführen ist. Als sie das entsprechende Gen bei den Mäusen deaktivierten, wurde der Umbau der Atemwege wieder rückgängig gemacht. „Diese Entdeckung veränderte unsere Sicht auf das Gebiet radikal“, sagte Hans Michel Haitchi von der Universität Southampton.

Außerdem hatten sich die Wissenschaftler die Auswirkungen von Allergenen wie der Milbe bei Mäusen, deren ADAM33-Gen entfernt wurde, angesehen. Der Umbau der Atemwege und die Atemwegsentzündungen waren hier nur halb so stark wie bei Mäusen mit Gen. Damit konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das Gen nicht nur für den Umbau der Atemwege verantwortlich ist, sondern auch allergische Entzündungen fördert.

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