Forschung

Graphen lässt Kondome dünner und reißfester werden

Wissenschaftler der University of Manchester haben an einer Verbesserung des Kondoms gefeilt. Ziel war es, die Reißfestigkeit der Kondome zu erhöhen als auch die Dicke zu minimieren. Dabei haben die Wissenschaftler auf die umfangreichen Eigenschaften von Graphen zurückgegriffen.

Graphen findet nun auch einen Zugang in medizinischen Anwendungen. (Foto: University of Manchester)

Graphen findet nun auch einen Zugang in medizinischen Anwendungen. (Foto: University of Manchester)

Kondome werden immer dahingehend kritisiert, dass sie entweder reißen oder eben nicht gefühlsecht seien. Wissenschaftler der University of Manchester haben sich mit diesen beiden Problemen auseinandergesetzt. In einem Artikel im Fachmagazin Carbon haben Aravind Vijayaraghavan und Maria Iliut gezeigt, dass schon eine kleine Menge Graphen sehr viel für die Welt der Kondome ändern könnte.

Demnach führt bereits ein Hundertstel Prozent Graphen im Mix aus Kunststoff und Gummi zu einer Verbesserung der Reißfestigkeit um 50 Prozent. Graphen ist das bis dato dünnste und zugleich stärkste Material. Es handelt sich dabei um eine spezielle Modifikation des Kohlenstoffs mit einer zweidimensionalen Struktur. Erst im Jahr 2004 konnte ein Forscherteam um Andre Geim und Konstantin Novoselov die stabile Existenz des Graphens nachweisen. Für die Entdeckung seiner ungewöhnlichen Eigenschaften erhielten sie 2010 den Nobelpreis für Physik.

„Wir verwenden eine Form von Graphen, Graphenoxid genannt, die im Gegensatz zu Graphen als Dispersion in Wasser stabil ist“, sagt Maria Iliut. „Wir dachten, wenn wir das Gummi in Kondomen stärker und dehnbarer machen könnten, dann könnte das nutzen, um noch dünnere Kondome herzustellen, die sich, ohne zu reißen, besser anfühlen würden.“

Doch die Ergebnisse der Wissenschaftler können nicht nur bei Kondomen Anwendung finden. Auch bei Handschuhen, Sportkleidung oder medizinischen Geräten könnte ein derartiger Gummi viele Vorteile mit sich bringen. „Wir sehen ein erheblich industrielles Interesse und wir hoffen, dass mehr Unternehmen sich engagieren wolllen, um an kommerziellen Möglichkeiten zu arbeiten, die diese Forschung kreieren könnte.“

Was Graphen als Material kann, zeigt auch eine Entwicklung der Columbia University in New York. Hier schufen Wissenschaftler im vergangenen Jahr die kleinste und dünnste Glühbirne der Welt. Grundlage für die Glühbirne sind Graphene. Dafür wurde ein Graphen-Filament durch Strom erhitzt. In ihren Untersuchungen hängten die Forscher das Graphen-Filament frei schwebend zwischen zwei Metallelektroden über ein Chipsubstrat.

Normalerweise wurde das Graphenfilament immer direkt auf dem Substrat aufgetragen. Mittels Strom erhitzt sich das Filament auf 2.500 Grad Celsius und beginnt zu glühen. So gelang es ihnen, erstmals, sichtbares Licht zu erzeugen. Bisher kam lediglich infrarotes Licht zum Vorschein.

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