Lebensmittel

Listeriose-Fälle nehmen zu

In den vergangenen vier Jahren hat sich die Zahl der gemeldeten Infektionen mit Listerien-Bakterien gehäuft. Seit 2011 steigen die Fälle.

 

Zuletzt hatte die Firma Sieber aus Bayern mit gefundenen Listerien in ihren Produkten zu kämpfen. Waren es 2010 noch 390 Listeriose-Erkrankungen in Deutschland, so ist die Zahl auf 662 im vergangenen Jahr gestiegen. Damit haben sich die Infektionen fast verdoppelt, wie aus der Antwort der Bundesregierung aus einer kleinen Anfrage der Linksfraktion zu erfahren ist:

„Über 90 Prozent der Listeriose-Meldefälle sind nicht-schwangerschaftsassoziiert; sie treten vor allem bei Erwachsenen über 60 Jahren auf. Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist es wahrscheinlich, dass ein Teil des Anstiegs von Listeriose-Fällen über den höheren Anteil empfänglicher Personen in der deutschen, bzw. bayerischen Bevölkerung erklärt werden kann (Demografischer Wandel).“ Das RKI geht zudem davon aus, dass die „Exposition der Bevölkerung mit Listeria monocytogenes und damit das Risiko, an Listeriose zu erkranken“, sich in den letzten Jahren erhöht hat.

„Infizierte Personen können den Erreger über den Stuhl für mehrere Monate aus­schei­den“, so das RKI. Eine wirkliche schwere Erkrankung infolge einer Infektion droht am ehesten Neugeborenen, älteren Menschen, Schwangeren, Transplantierten und Patienten mit chronischen Erkrankungen. Grippeähnliche Symptome wie Muskelschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Fieber können ein Hinweis sein. In seltenen Fällen kann es zu einer Blutvergiftung kommen.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt daher, vakuumverpackte Lebensmittel möglichst zügig nach Einkauf und weit vor Ablauf der angegebenen Mindesthaltbarkeit zu verzehren: „Vakuumverpackung und Kühlschranklagerung schützen nicht, wie bei anderen Lebensmittelinfektionserregern, vor einer Vermehrung der Listerien. Im Gegenteil, bei langen Lagerzeiten kann es hierdurch zu einer selektiven Vermehrung der Listerien kommen.“

Vor allem in Lebensmitteln wie Rohfleischerzeugnissen (Hackepeter, Salami) sowie rohem, geräuchertem oder mariniertem Fisch. Aber auch vorgeschnittene, abgepackte Blattsalate und Rohmilchweichkäse können Listerien enthalten.

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