Gesundheitssystem

Anstellung statt eigener Praxis: Ärzte bevorzugen Teilzeit

Immer mehr Ärzte arbeiten in Anstellung und Teilzeit, immer weniger wollen eine eigene Praxis: Die aktuellen Zahlen bei der Ärztestatistik bieten kaum Anzeichen einer Änderung.

Hausarzt zu werden, ist bei jungen Medizinern nicht beliebt. Nachwuchs wird aber dringend benötigt. (Foto: Flickr/ Techniker Krankenkasse/ cc by 2.0)

Hausarzt zu werden, ist bei jungen Medizinern nicht beliebt. Nachwuchs wird aber dringend benötigt. (Foto: Flickr/ Techniker Krankenkasse/ cc by 2.0)

Während immer mehr Praxen schließen, stieg die Anzahl der angestellten Vertragsärzte und -psychotherapeuten 2015 deutlich um 10,6 Prozent auf 27.174. Ihre Zahl hat sich damit seit 2005 nahezu verzehnfacht. Das geht aus der aktuellen Ärztestatistik der KBV hervor.

Generell haben sich die meisten Trends der vergangenen Jahre fortgesetzt: So hat sich im Vergleich zum Vorjahr die Gesamtzahl der Ärzte und Psychotherapeuten, die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen zwar um 1,4 Prozent erhöht, jedoch ist damit die Anzahl der geleisteten Arztstunden nicht unbedingt gestiegen. Grund dafür ist der anhaltende Trend zur Teilzeittätigkeit: Dadurch ergibt sich bei der Arbeitszeit lediglich ein Plus von 0,2 Prozent.

Gerade viele junge, vor allem weibliche Ärzte ziehen Teilzeit-Anstellungen dem Stress einer eigenen Praxis vor. Doch der um sich greifende Nachfolgermangel für Arztpraxen zeigt, dass auch männliche Ärzte lieber angestellt sein möchten, als selbst Verantwortung für eine eigene Praxis mit Personal, Abrechnung und Hausbesuchen zu übernehmen. Die Nachfolgesuche für ältere Praxisinhaber gestaltet sich daher zunehmend schwierig. Entsprechend setzte sich auch der Rückgang der Hausärzte im Jahr 2015 mit minus 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr fort. Ihre Zahl sinkt damit auf 51.765. Das sind 1.170 Hausärzte weniger als noch 2009. Besonders stark war der Rückgang im Saarland und in Schleswig-Holstein. Dem bundesweiten Trend entgegensetzen konnten sich hingegen Brandenburg: Hier stieg die Zahl der Hausärzte um 1,1 Prozent, ein leichtes Plus konnten auch Hessen sowie Thüringen und Hamburg verbuchen.

Auch in einigen anderen Arztgruppen hat sich die Zahl der Mediziner wenn auch nur leicht verringert, so etwa bei den Frauenärzten mit minus 0,1 Prozent, den Kinder- und Jugendärzten mit minus 0,2 Prozent und bei den Nervenärzten, deren Zahl sogar um 0,8 Prozent zurückging.

Dagegen stieg die Anzahl der Psychotherapeuten um 2 Prozent. Dieser Zuwachs ist dabei vor allem auf einen starken Anstieg in den neuen Bundesländern zurückzuführen – etwa in Mecklenburg-Vorpommern (plus 12,3 Prozent), Brandenburg (plus 10,4 Prozent) oder in Sachsen-Anhalt (plus 8,6

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