Forschung

3D-Druck statt Gips bei Knochenbrüchen

Beim Knochenbruch muss der Patient fast immer einen Gipsverband tragen. Das schränkt die Bewegungsfreiheit ein und kann zu unangenehmen Juckreiz führen. Ein spanisches Unternehmen arbeitet derzeit an einer Alternative.

Die neue Armstütze ist auch wasserdicht. (Foto: Screenshot Youtube: Xkelet)

Die neue Armstütze ist auch wasserdicht. (Foto: Screenshot Youtube: Xkelet)

Er ist steif, sollte nicht mit Wasser in Berührung kommen und verleitet zum Kratzen. Der herkömmliche Gipsverband wird seit Jahrzehnten bei Knochenbrüchen angewendet. Derzeit arbeiten viele Wissenschaftler an einer Alternative: Ein Verband aus dem 3D-Drucker könnte dem Gipsverband aber nun tatsächlich Konkurrenz machen.

Das in Spanien ansässige Unternehmen Xkelet hat es sich zur Aufgabe gemacht, passgenaue Plastik-Gitter aus dem 3D-Drucker herzustellen. Das Gitter ist wasserfest und stellt dank seines Designs sicher, dass auch noch Luft an die betroffene Körperstelle gelang. Dadurch ist es aber vor allem dem Arzt möglich, sich während der Stütze des Bruchs regelmäßig von der Knochenheilung zu überzeugen.

Die Idee dahinter ist, die entsprechende Körperstelle, an der der Knochen gebrochen ist, zu scannen. Eine spezielle Software wertet die Daten aus und erstellt ein Modell. Nach drei Stunden hat der 3D-Drucker den Gitter-Verband ausgedruckt. Derzeit wird der Verband von zwei Patienten getestet. Im Herbst soll dann eine klinische Studie starten. Den red Dot Design Award hat Xkelet bereits gewonnen.

Größtes Hindernis ist derzeit der Preis, der eine Massenanfertigung noch nicht möglich macht. Zwischen 2.000 und 5.000 Dollar müsste man für einen solchen Verband zum jetzigen Zeitpunkt zahlen. Das Interesse ist jedoch groß. Zwei Versicherungen haben bereits Verträge mit Xkelet abgeschlossen. Nun muss an den Kosten für die Produktion geschraubt werden, denn in einem halben Jahr sollen erste Krankenhäuser damit ausgestattet werden.

Neben Xkelet arbeitet auch der Ingenieurs-Student Zaid Musa Badwan mit seiner Firma MediPrint in Mexiko an einer Alternative zum Gips: NovaCast. Ebenfalls eine Variante, die mit dem 3D-Drucker erstellt wird.

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