Forschung

Neues Projekt schafft Kommunikation zwischen OP-Geräten

Das Projekt OR.NET bietet die Möglichkeit, Krankenhaus-IT mit medizinischen Geräten zu vernetzen. Gerade bei Operationen kann das genutzt werden, um den behandelnden Arzt während einer OP direkt mit notwendigen Informationen von Akten und Gerätschaften zu informieren.

Mit dem neuen System kann der Arzt direkt vor seinen Augen auf dem OP-Tisch Informationen aus Patientenakten oder aktuelle Vitaldaten des Patienten abrufen. (Foto: Flickr/Zdenko Zivkovic/CC by 2.0)

Mit dem neuen System kann der Arzt direkt vor seinen Augen auf dem OP-Tisch Informationen aus Patientenakten oder aktuelle Vitaldaten des Patienten abrufen. (Foto: Flickr/Zdenko Zivkovic/CC by 2.0)

Industrie 4.0 geht auch an der Medizin nicht vorbei. Die Vernetzung der einzelnen medizinischen Geräte und der IT-Systeme steht dabei im Vordergrund. Oft funktioniert die Vernetzung vor allem dann gut, wenn die Geräte, die vernetzt werden sollen, Teil einer Komplettlösung einzelner großer Hersteller sind. Doch es gibt auch viele kleinere und mittlere Unternehmen, die je nach Anwendungsgebiet für Krankenhäuser und Ärzte sehr interessante Geräte anbieten können. Hier ist dann eine Vernetzung mit Geräten anderer Hersteller nur schwer möglich.

Ein von dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt hat es sich zur Aufgabe gemacht, das zu ändern. OR.NET heißt es. In dem Projekt wurde ein System entwickelt, dass einerseits die IT-Infrastruktur der Krankenhäuser direkt mit dem Operateur während einer Operation verbinden kann und das gleichzeitig die Kommunikation zwischen Geräten ermöglicht, ganz gleich, um welchen Hersteller es sich handelt.

„Speziell die automatische, dynamische Vernetzung computergesteuerter Medizingeräte im OP untereinander und die Interaktion dieser Geräte mit medizinisch zugelassener Software ist eine besondere Herausforderung an die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im medizinischen Applikationsumfeld“, so die Projektleiter.

Ziel ist es, dem operierenden Arzt beispielsweise die wichtigen Informationen hinsichtlich des OP-Verlaufs, der Vitaldaten des Patienten und der Patientengeschichte in Echtzeit zugänglich zu machen. Und zwar so zugänglich zu machen, dass der Arzt sich nicht während der OP vom OP-Tisch entfernen muss. „Gerade bei komplizierten Operationen ist es wichtig, dass Ärzte sehr schnell sehr genau arbeiten und sich voll auf den Patienten konzentrieren können“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. Dafür müssten alle notwendigen Informationen auf einen Blick und unmittelbar am OP-Tisch verfügbar sein. „Das haben wir jetzt erreicht und ich erhoffe mir dadurch eine noch bessere medizinische Versorgung.“

Das System soll die Versorgung der Patienten verbessern sowie die Krankenhäuser flexibler machen und kommt auch kleinen und mittleren sehr innovativen Unternehmen zugute. 15 Millionen Euro flossen allein durch das Bundesministerium in das Projekt. Mehr als 80 Unternehmen haben sich an der Entwicklung des Systems beteiligt. Dadurch wurden einheitliche Standards für Schnittstellen und Protokolle etabliert. „Weltweit gibt es derzeit keine mit ‚OR.NET‘ vergleichbaren Initiativen“, so das Ministerium.

„Zusätzlich zum wirtschaftlichen Nutzen, der auf die leichtere Integration von Medizingeräten auch kleiner, innovativer Hersteller zurückzuführen ist, sorgen die Ergebnisse aus OR.NET (…) für eine Entlastung des behandelnden Personals.“ Insgesamt könnten so auch die Gesundheitskosten reduziert werden.

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