Wirtschaft

Pharmakonzern Pfizer kauft massiv zu

Neben dem Kauf des US-Krebsspezialisten Medivation hat der Pharmakonzern Pfizer auch Teile von AstraZeneca erworben.

Pfizer in New York. (Foto: Flickr/ AnToonz/CC by nc nd 2.0)

Pfizer in New York. (Foto: Flickr/ AnToonz/CC by nc nd 2.0)

Der britische Pharmakonzern AstraZeneca verkauft einen Teil seines Antibiotika-Geschäfts an Pfizer. Das Geschäft habe ein Volumen von mehr als 1,5 Milliarden Dollar, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Verkauf der Medikamente erlaube es AstraZeneca, sich in Zukunft auf neue Mittel in seinen Kernbereichen wie Krebs- oder Kreislaufpräparate zu konzentrieren. Pfizer hatte erst am Montag den Krebsspezialisten Medivation für 14 Milliarden Dollar übernommen.

Der US-Pharmariese Pfizer hat den Bieterwettstreit um den US-Krebsspezialisten Medivation für sich entschieden. Pfizer kündigte am Montag die Übernahme der Firma für rund 14 Milliarden Dollar an. An Medivation waren nach früheren Insiderinformationen zuletzt auch die Konzerne Merck & Co, Sanofi, Pfizer, Celgene und Gilead Sciences interessiert. Medivation hatte bereist ein 9,3 Milliarden Dollar schweres Kaufangebot von Sanofi abgelehnt.

Pfizer will mit dem Zukauf sein Angebot an Krebsmedikamenten ausbauen. Das Unternehmen will nach eigener Auskunft 81,50 Dollar in bar je Medivation-Aktie zahlen. Die Offerte liegt damit mehr als 21 Prozent über dem Medivation-Schlusskurs vom Freitag. Im vorbörslichen Handel am Montag schossen die Papiere um 20 Prozent in die Höhe auf 80,70 Dollar.

Die Übernahme des Medizinprodukte-Herstellers Hospira und ein florierendes Geschäft mit neuen Arzneimitteln gaben Pfizer einen Schub. Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz um elf Prozent auf knapp 13,2 Milliarden Dollar, wie der Viagra-Konzern am Dienstag mitteilte. Dabei verhinderten negative Wechselkurseffekte durch den starken Dollar ein noch größeres Plus. Ohne den 16 Milliarden Dollar schweren Zukauf von Hospira, den Pfizer im vergangenen Herbst abgeschlossen hatte, wäre der Umsatz nur um vier Prozent gewachsen.

Das bereinigte Ergebnis kletterte um elf Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar. Unter dem Strich sank der Gewinn jedoch wegen Restrukturierungskosten und Aufwendungen für Übernahmen um mehr als ein Fünftel auf rund zwei Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr bekräftigte Pfizer seine im Frühjahr angehobenen Prognosen.

Anfang August gab Pfizer zudem die Übernahme des Gentherapie-Entwicklers Bamboo Therapeutics in Höhe von 645 Millionen Dollar bekannt. Durch die Akquisition bekommt der Viagra-Anbieter unter anderem Zugang zu Gentherapien für die Behandlung von selten auftretenden Formen von Muskelschwund oder auch Erkrankungen des Nervensystems. Bisher befinden sich die Bamboo-Mittel noch in der Entwicklung.

Pfizer investiert wie die Wettbewerber Bristol-Myers Squibb und Celgene seit einiger Zeit verstärkt in Gentherapien, die zum Ziel haben, korrigierende Gene in die gestörten Zellen einzusetzen. Während die US-Gesundheitsbehörde noch keine solche Gentherapie genehmigt hat, gab es in Europa bereits zweimal grünes Licht – einmal für die Behandlung einer seltenen Immunkrankheit bei Babys, die von GlaxoSmithKline entwickelt wurde. Die zweite Zulassung erhielt uniQure zur Behandlung einer Bluterkrankung.

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