Forschung

Forscher heilen Sehnerv

Ist der Sehnerv erst einmal beschädigt, lässt sich dieser nicht heilen. Aus diesem Grund wurde bisher immer versucht, den Sehnerv zu umgehen, um Patienten vielleicht wieder sehen zu lassen. Wissenschaftlern der Stanford University ist es nun aber das erste Mal gelungen, tatsächlich den Sehnerv einer Maus zu heilen.

Der Sehnerv ist mit dem Auge und dem Gehirn verbunden. (Foto: Flickr/National Eye Institute/CC by 2.0)

Der Sehnerv ist mit dem Auge und dem Gehirn verbunden. (Foto: Flickr/National Eye Institute/CC by 2.0)

Eine Erblindung kann viele Ursachen haben. Die Schädigung des Sehnervs gehört dazu. Bei der Suche nach Möglichkeiten, Blinden die Sehkraft wiederzugeben, wurde ein möglicherweise geschädigter Sehnerv bisher immer außen vorgelassen. Zu komplex ist der Sehnerv, zu heikel die direkte Verbindung des Nervs mit dem Auge und dem Gehirn.

Das könnte sich aber bald ändern. Forschern der Stanford University ist es tatsächlich an einer Maus gelungen, den Sehnerv zu heilen und ihn auch wieder richtig mit dem Auge und dem Gehirn zu verbinden. Die Erblindung war auf ein Zusammenziehen des Sehnervs zurückzuführen. Dadurch wurde der Kontakt mit dem Auge und dem Gehirn getrennt. Und so versuchten die Wissenschaftler, den Nerv mit einer Kombination aus dem Einsatz von Chemikalien und visueller Stimulation des Nervs wieder zu reparieren.

Es war tatsächlich möglich, den Sehnerv mit dieser Herangehensweise wieder zu verlängern und ihn erneut an das Gehirn und das Auge anwachsen zu lassen. Damit wurde der Maus ein Teil ihrer Sehkraft zurückgegeben.

So konnte die Maus den simulierten Schatten eines Greifvogels wahrnehmen, und duckte sich. Komplexere Tests bestand sie jedoch nicht. Die Wissenschaftler vermuten, dass eine noch bessere Verbindung des Sehnervs mit dem Auge und dem Gehirn zu noch besseren Ergebnissen führen könnte.

Eine Schädigung des Sehnervs tritt beispielsweise beim grünen Star auf. „Charakteristisch ist ein kontinuierlicher Verlust von Nervenfasern, was am Sehnervenkopf (Papille) bei fortgeschrittenem Krankheitsverlauf als zunehmende Aushöhlung (Exkavation) sichtbar wird“, heißt es von Seiten der Augenklinik Dr. Hoffman. Als Folge entstünden charakteristische Gesichtsfeldausfälle (Skotome) und im Extremfall eine Erblindung des Auges. „Als wichtigster Risikofaktor wird ein zu hoher Augeninnendruck angesehen.“

In Deutschland leiden etwa 500.000 an einem erhöhten Augeninnendruck, zehn Prozent davon droht die Erblindung. Der Berufsverband der Augenärzte schätzt die Dunkelziffer in diesem Bereich jedoch deutlich höher ein. Er rechnet damit, dass in Deutschland insgesamt etwa 1 Million Menschen von einem Glaukom betroffen sind.

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