Saatgut

Monsanto-Übernahme durch Bayer ist noch lange nicht fix

Die Übernahme von Monsanto durch Bayer ist noch lange nicht gesichert: Die Vereinbarung enthält für Bayer einige gefährliche Fallen. Eine höhere Verschuldung, verstimmte Investoren und eine Herabstufung der Bonität könnten die Folgen sein. Die Wettbewerbsbehörden werden sich den Deal sehr genau ansehen, weil der neue Konzern eine fast monopolartige Marktmacht hat.

Die Übernahme durch Bayer würde einen weltweit führenden Agrar-Konzern hervorbringen. (Foto: Flickr/Lemon-Tea/CC BY 2.0)

Die Übernahme durch Bayer würde einen weltweit führenden Agrar-Konzern hervorbringen. (Foto: Flickr/Lemon-Tea/CC BY 2.0)

Der deutsche Pharmakonzern Bayer möchte für insgesamt 66 Milliarden Dollar den amerikanischen Saatguthersteller Monsanto übernehmen. 128 Dollar ist Bayer dabei jede Monsanto-Aktie wert. Ein riskantes Unterfangen, denn kein anderes Unternehmen in der Branche hat ein derart schlechtes Image. Wegen seiner aggressiven Geschäftspraktiken, seiner gentechnisch veränderten Produkte und des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat steht das US-Unternehmen seit Jahren in der Kritik. Die rechtlichen Risiken Monsantos seien Bayer „bekannt und bewusst“, sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann.

Zudem würde die Verschuldung Bayers im Falle einer erfolgreichen Übernahme markant ansteigen. Ein Bankenkonsortium bestehend aus Bank of America, Credit Suisse, Goldman Sachs, HSBC und JPMorgan soll offenbar Brückenkredite im Gesamtvolumen von 57 Milliarden Dollar bereitstellen. Die Nettoverschuldung, die Ende des ersten Quartals bei etwa 16,3 Milliarden Euro lag, würde wahrscheinlich auf über 70 Milliarden Dollar ansteigen. Hinzu kämen noch die offenen Pensionslasten des Konzerns von derzeit 13,3 Milliarden Euro, wie das Finance Magazin schreibt.

Notwendig ist außerdem eine massive Kapitalerhöhung im Umfang von 19 Milliarden Dollar – eine der größten Kapitalerhöhungen, die es in Deutschland je gegeben hat. Sie entspräche etwa einem Viertel der aktuellen Marktkapitalisierung Bayers von knapp 70 Milliarden Euro. Da der Kurs der Bayer-Aktie seit Bekanntwerden der Übernahmepläne von rund 110 Euro auf derzeit etwa 95 Euro gefallen ist, müssen rückblickend sogar noch mehr neue Aktien ausgegeben werden, als ursprünglich geplant.

Die Übernahmepläne stoßen nicht bei allen Bayer-Investoren auf Gegenliebe, weil sie den offenbar früher gemachten Versprechen des Konzerns an die Geldgeber zuwiderlaufen. Völlig ungewiss ist auch, ob die Übernahme von den Kartellbehörden überhaupt erlaubt wird. Analysten von Bernstein Research sehen eine Chance von 50 Prozent, dass der Deal abgelehnt wird. Wird eine Übernahme von den US-Kartellbehörden abgelehnt, muss Bayer Monsanto übrigens 2 Milliarden Dollar zahlen.

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