Studie

Mehrheit der jungen Bürger klagen über Alltagsstress

Die Stressquote hat seit 2014 um mehr als zehn Prozentpunkte zugenommen. Vor allem die ständige Erreichbarkeit über das Smartphone lässt das Stresslevel kontinuierlich zunehmen.

Stress in der Schule und die dauernde Erreichbarkeit durch das Smartphone erhöhen den Stressfaktor massiv. (Foto: Flickr/Pabak Sarkar/CC BY 2.0)

Stress in der Schule und die dauernde Erreichbarkeit durch das Smartphone erhöhen den Stressfaktor massiv. (Foto: Flickr/Pabak Sarkar/CC BY 2.0)

Das Leben wird für junge Bundesbürger offenbar immer beschwerlicher: 74 Prozent der 14- bis 34-Jährigen geben an, ihr Leben sei im vergangenen Jahr anstrengender geworden. 68 Prozent fühlen sich regelmäßig gestresst – Tendenz seit Jahren steigend. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Studie „Zukunft Gesundheit 2016“ der Schwenninger Krankenkasse und der Stiftung „Die Gesundarbeiter“. Mehr als 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland zwischen 14 und 34 Jahren wurden dafür befragt.

„Es ist besorgniserregend zu beobachten, wie Jugendliche und junge Menschen, die noch am Anfang ihres Erwerbslebens stehen, Jahr für Jahr stärker über Stress klagen“, sagt Dr. Tanja Katrin Hantke, Gesundheitsexpertin der Schwenninger.

Die Auslöser für Stress sind dabei insbesondere auch im Privatleben zu finden: 53 Prozent der Befragten haben das Gefühl, ständig für Freunde und Familie über digitale Medien erreichbar sein zu müssen – deutlich mehr als für ihren Arbeitgeber (29 Prozent). „Dauerkommunikation führt zu einer massiven Belastung. Wenn wir uns das bewusst machen, können wir uns der ständigen Erreichbarkeit ein Stück weit entziehen. Insbesondere junge Menschen sollten lernen, das Smartphone einige Stunden wegzulegen und bewusste Kommunikationspausen einzulegen“, so die Expertin der Schwenninger. 18- bis 34-Jährige können das oft gar nicht, sie sind mit dem Handy aufgewachsen und müssen erst lernen, die richtige Balance zu finden und ihre Kommunikationsaktivitäten besser zu steuern.

Hier sind vor allem Elternhaus und Schulen gefordert, einen gesunden Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln. Aber auch die Arbeitgeber sollten ihren Mitarbeitern Entspannungstechniken vermitteln, beispielsweise im Zuge der betrieblichen Gesundheitsförderung. Junge Menschen müssen lernen, Zeit und Raum für Entspannung zu schaffen.

Das gilt insbesondere für Frauen, die deutlich stärker über ein anstrengendes Leben und Stress klagen als Männer. Entsprechend hätten 81 Prozent gerne mehr Zeit, sich gezielt zu entspannen. Bei Männern ist dieser Wert mit 72 Prozent zwar immer noch sehr hoch, liegt aber deutlich darunter.

„Handynutzer sind der ständigen Versuchung ausgesetzt, dem nächsten WhatsApp-Klingeln nachzugeben, die Facebook-Neugier zu befriedigen, und am Puls der sozialen Medien zu hängen“, so die Gründer von mySOOFA. Unter dem programmatischen Namen mySOOFA geht dieser Tage eine App an den Start, die alle um ständige Aufmerksamkeit ringenden Apps sprichwörtlich zum Schweigen bringt.

mySOOFA steht für SOziales Online FAsten und ist in Zeiten des angesagten Digital Detox eine Innovation für weniger Cyber Stress und mehr Sicherheit. Es bietet dem Nutzer die Möglichkeit, sich ganz einfach mit nur einem Klick von den angesagten sozialen Netzwerken zu trennen. Unabhängig von Ort und Zeit und ohne Beeinträchtigung der Telefon- und SMS-Funktion, werden alle Daten im Hintergrund abgespeichert, und sind nach Deaktivierung sofort abrufbar.

Laut Statistiken, so haben sich allein in den deutschsprachigen sozialen Netzwerken bereits 15 Millionen Nutzer im Durchschnitt für 30 Tage eine bewusste „digitale Auszeit“ gegönnt. Dabei ist das gar nicht so einfach. Wer schon einmal versucht hat, seine Social Media-Benachrichtigungen abzudrehen aber gleichzeitig immer noch per Telefon bzw. SMS erreichbar zu bleiben, kennt das Problem, das mySOOFA nun so elegant löst: Ein Fingertipp, und das Handy ist im SOOFA-Modus. Ob für ein paar Stunden, oder ein paar Wochen – der Nutzer entscheidet, wann der Zeitpunkt für das nächste Social Media-Update gekommen ist.

Thema Stress im Alltag: Wie geht es Ihnen persönlich? (Grafik: Die Schwenniger)

Thema Stress im Alltag: Wie geht es Ihnen persönlich? (Grafik: Die Schwenniger)

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