Studie

Smart Health: Digitale Gesundheitsangebote kommen an

Viele Deutsche interessieren sich für digitale Hilfestellungen. Die technische Basis ist mit Smartphones längst gegeben.

Rund 75 Prozent aller Befragten besitzen bereits ein Smartphone. (Foto: Flickr/Solución Individual/CC BY-ND 2.0)

Rund 75 Prozent aller Befragten besitzen bereits ein Smartphone. (Foto: Flickr/Solución Individual/CC BY-ND 2.0)

Die Zeit ist reif für digitale Gesundheitsangebote. Zu diesem Ergebnis kommt eine forsa-Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK): Drei von vier Bürgern verfügen danach über ein internetfähiges Smartphone und damit über die wichtigste technische Voraussetzung, um Therapie und Diagnostik mit sinnvollen digitalen Gesundheitsanwendungen unterstützen zu können. Fazit der Befragung: Je größer der Mehrwert eines Angebotes ist, desto höher ist auch die Zustimmung in der Bevölkerung. So würden etwa 63 Prozent der Befragten ihre eigenen Gesundheits- und Fitnessdaten auswerten lassen, um die Früherkennung und Diagnose schwerer Krankheiten wie etwa Krebs zu erleichtern.

Nach der Studie befürworten drei Viertel der Befragten eine elektronische Gesundheitsakte, in der ihre Daten gebündelt werden. Prognosen und Diagnosen können so schneller und besser werden, davon ist der TK-Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Baas überzeugt. Ihm ist wichtig, die individuelle Versorgung voranzubringen, ohne dabei Abstriche bei der Datensicherheit zu machen. „Wir als Krankenkasse sind erfahren im Umgang mit sensiblen Daten und somit qualifiziert, die Entwicklung der elektronischen Gesundheitsakte vorantreiben“, so Baas. An dieser Stelle sei es tatsächlich von Vorteil, dass die Kassen so streng reguliert werden – und keine wirtschaftlichen Eigeninteressen haben. „Alle Krankenkassen sollten verpflichtet werden, ihren Versicherten eine elektronische Gesundheitsakte anzubieten“, fordert der TK-Chef.

Um das Innovationsklima zu fördern, arbeitet die TK auch gemeinsam mit Start-ups wie xbird an neuen Anwendungen. „Bevor diese auf den Markt kommen, wird zunächst geprüft, wie sicher das Projekt ist, und anschließend der Nutzen bewertet“, erklärte IGES-Geschäftsführer Dr. Karsten Neumann. So können medizinisch sinnvolle Apps herausgefiltert und in den Leistungskatalog aufgenommen werden.

Klaus Rupp, Leiter des TK-Versorgungsmanagements, bestätigte das enorme Potenzial digitaler Helfer im Gesundheitswesen: „Wir bewegen uns vom bloßen Tracking der Fitnessdaten dahin, den eigenen Gesundheitszustand zu vermessen.“ Selbst unter den 60- bis 70-Jährigen nutzt heutzutage fast jeder Zweite ein Smartphone. Diese Zielgruppe kann sich vorstellen, darüber nicht nur Kalorienverbrauch und gegangene Schritte, sondern auch Blutzucker, Trinkmenge und Blutdruck zu dokumentieren.

95 Prozent aller Befragten halten dabei den Datenschutz für ein sehr wichtiges Thema. Dem widerspricht oftmals das eigene Verhalten. Rund drei Viertel aller Deutschen vertrauen ihre Fragen und Probleme zuerst Google an, bevor sie sich an einen Arzt wenden. Aus der #SmartHealth-Studie geht hervor, dass sich jeder Fünfte vorstellen kann, Gesundheitsinformationen künftig in sozialen Medien auszutauschen. „Dieser Prozess ist unumkehrbar, muss aber aktiv gestaltet werden – entsprechend dem deutschen Datenschutzrecht und im Interesse der Versicherten. Hier sind wir Krankenkassen genauso gefordert wie die Versicherten selbst. Aber auch die Politik ist gefragt, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen“, so Baas.

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