Wirtschaft

Morphosys nach Studienerfolg auf Höhenflug

Ein Durchbruch in der Medikamentenforschung hat die Aktien des Biotechunternehmens Morphosys beflügelt

Forschung mit Zellkulturen. (Foto: Morphosys)

Forschung mit Zellkulturen. (Foto: Morphosys)

Die Anteilsscheine stiegen um bis zu 18 Prozent auf 43,92 Euro, das war der höchste Stand seit vier Monaten. Sie profitierten davon, dass erstmals ein Medikament aus den Laboren von Morphosys auf den Markt kommen könnte. Denn der Pharma-Partner Janssen, der 2001 die Entwicklungs- und Vermarktungsrechte an dem Antikörper Guselkumab von Morphosys erworben hatte, ist einer Zulassung des Mittels zur Behandlung von moderater bis schwerer Schuppenflechte einen großen Schritt näher gekommen.

In einer Studie der dritten und damit letzten Phase der klinischen Entwicklung mit Schuppenflechte-Patienten wurden mit dem Medikament die wichtigsten Ziele erreicht, wie Morphosys und Janssen, eine Tochter des US-Pharma- und Konsumgüterkonzerns Johnson & Johnson, am Wochenende mitgeteilt hatten. Bei der Untersuchung mit 837 Patienten handelte es sich um eine Studie der Phase III, die letzte Testphase vor der Zulassung eines Medikaments. Bei derartigen Erprobungen werden neue Präparate an einer größeren Zahl von Menschen untersucht.

Janssen erklärte, dass Guselkumab „signifikante Wirksamkeit verglichen mit dem Tumor-Nekrose-Faktor Blocker Humira® in allen wesentlichen Endpunkten der Studie über eine Behandlungszeit von 48 Wochen“ zeigt. Dabei wurde das Erreichen von reiner bzw. fast reiner Haut (gemessen durch die Parameter IGA 0 oder 1 und PASI 90) in Behandlungswoche 16 bei Patienten, die mit Guselkumab behandelt wurden, im Vergleich zu Patienten, die ein Scheinmedikament (Plazebo) erhielten, gemessen.

So seien bei den Patienten nicht nur die Krankheitssymptome verbessert und eine fast reine bis reine Haut erreicht worden, sondern Guselkumab habe auch eine Überlegenheit gegenüber dem Mittel Humira gezeigt, das 2015 nach Daten des Marktforschungsinstituts IMS Health mit Erlösen von knapp 15 Milliarden Dollar das zweitumsatzstärkste Medikament weltweit war. Es traten bei Guselkumab aber auch mehr Nebenwirkungen auf.

Eine Zahlung an Morphosys lösten die positiven Studienergebnisse nicht aus. Die Biotechfirma wird aber eine Umsatzbeteiligung an Guselkumab erhalten, sollte das Mittel auf den Markt kommen. Eine solche Umsatzbeteiligung liegt nach Angaben eines Morphosys-Sprechers in der Regel im mittleren einstelligen Prozentbereich. Janssen sieht sich auf Kurs für eine Zulassung bis Ende des Jahres. Morphosys war die Partnerschaft im Jahr 2001 eingegangen. Derzeit befinden sich insgesamt drei Antikörper aus dieser Zusammenarbeit in der klinischen Erprobung. An Schuppenflechte, einer chronisch-entzündlichen Hauterkrankung, leiden weltweit etwa 125 Millionen Menschen, davon rund zwei Millionen in Deutschland.

„Wir freuen uns sehr über die positiven Studienergebnisse, die unser Lizenzpartner Janssen in der Untersuchung des Wirkstoffs Guselkumab bei Patienten mit moderater bis schwerer Schuppenflechte erzielt hat“, sagte Marlies Sproll, Forschungsvorstand der MorphoSys AG. „Wir sind stolz auf unsere langjährige Kooperation mit Janssen und sehen weiteren Informationen über die zukünftige Entwicklung von Guselkumab mit Freude entgegen.“

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