Finanzen

Übergewichtige belasten Krankenkasse

Immer mehr Menschen in Deutschland sind übergewichtig und werden damit zu einem erheblichen Kostenfaktor für die Krankenkassen. Allein im Jahr 2014 hätten sich gut sieben Millionen Menschen wegen krankhaftem Übergewicht (Adipositas) ärztlich behandeln lassen müssen, sagte der Chef der Barmer GEK, Christoph Straub.

Seit 1980 hat sich die Zahl der Übergewichtigen weltweit mehr als verdoppelt. (Foto: Flickr/Sandra Cohen-Rose and Colin Rose/CC by 2.0)

Seit 1980 hat sich die Zahl der Übergewichtigen weltweit mehr als verdoppelt. (Foto: Flickr/Sandra Cohen-Rose and Colin Rose/CC by 2.0)

Nach vielen gescheiterten Abnehmversuchen entschieden sich immer mehr Betroffene zu einer Operation, berichtete er aus dem Krankenhausreport seiner Kasse.

Die Zahl dieser Eingriffe, die ein deutlich geringeres Gewicht herbeiführen sollen, hätten sich allein bei der Barmer seit dem Jahr 2006 von 167 auf 1070 Fälle mehr als versechsfacht. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) insgesamt wurden demnach 9225 solcher OPs vorgenommen – fünf Mal so viele wie 2006.

Straub mahnte, auch aus finanziellen Erwägungen müsse eine solche OP gut überlegt sein. Würden bundesweit alle Übergewichtigen mit einem Body-Mass-Index von 40 und mehr operiert, kämen auf die gesetzlichen Kassen rund 14,4 Milliarden Euro an Extraausgaben zu. Solche Operationen seien für Kliniken lukrativ und es gebe „die Tendenz zu immer mehr Eingriffen“. Ein solcher Eingriff sollte aber nur als Ultima Ratio und wenn dann nur in einem zertifizierten Zentrum vorgenommen werden.

Bislang böten rund 359 Krankenhäuser solche Eingriffe an, aber nur 44 Kliniken seien entsprechend zertifiziert. Straub sagte, Operationen und Folgebehandlungen in den spezialisierten Zentren seien nach fünf Jahren im Schnitt um mehr als 3800 Euro günstiger als in nicht zertifizierten Einrichtungen.

Insgesamt stieg die Zahl der Krankenhausaufenthalte im Jahr 2015 um 7,1 Prozent auf 218 Fälle von 204 pro 1000 Versicherten im Vorjahr. Gleichzeitig sank die Verweildauer von durchschnittlich 8,7 Tagen im Jahr 2006 auf 7,7 Tage im Jahr 2015.

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