Krankenkasse

Krankenversicherten bleiben Beitragssteigerungen erspart

Für die gesetzlich Krankenversicherten fällt der befürchtete Beitragssprung im Wahljahr 2017 aus.

Millionen-Defizit der Krankenkassen ließ höhere Beiträge erwarten (Foto: Flickr/Images Money/cc by 2.0)

Millionen-Defizit der Krankenkassen ließ höhere Beiträge erwarten (Foto: Flickr/Images Money/cc by 2.0)

Wie ein Expertengremium nach einer Sitzung in Bonn mitteilte, bleibt der durchschnittliche Zusatzbeitrag für die Arbeitnehmer unverändert. Zurzeit liegt er im Schnitt bei 1,1 Prozent des Bruttolohns. Dem sogenannten Schätzerkreis gehören Fachleute des Bundesversicherungsamts, des Gesundheitsministeriums und des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) an. Der GKV-Verband war Mitte Juli noch von einem Anstieg um bis zu 0,3 Prozentpunkte zum Jahreswechsel ausgegangen. Andere Experten hatten noch größere Steigerungen vorhergesagt.

Als wesentlicher Grund für den entspannteren Ausblick gilt, dass die Bundesregierung den Kassen einmalig 1,5 Milliarden Euro aus der Reserve des Gesundheitsfonds zugesagt hat. Damit sollen die Mehrkosten für die medizinische Versorgung der Flüchtlinge und die Digitalisierung der Arztpraxen finanziert werden. Die Chefin des GKV-Verbands, Doris Pfeiffer, verwies allerdings darauf, dass die Finanzspritze letztlich von den Kassenmitgliedern über Beiträge finanziert wird.

Hinzu kommt nach Angaben von Experten die Konjunkturlage, durch die es mehr Jobs und mehr Beitragseinnahmen gibt. Die Rekordzahl von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten halte die Finanzbasis trotz steigender Ausgaben stabil, sagte Pfeiffer. Zudem hat sich im ersten Halbjahr gezeigt, dass die Ausgaben nicht so schnell steigen wie erwartet.

Den Zusatzbeitrag, den die Arbeitnehmer allein zahlen, kann jede Kasse individuell festlegen. Hinzu kommt der allgemeine Beitragssatz, der per Gesetz bei 14,6 Prozent festgeschrieben ist und den Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte tragen. Insgesamt fallen damit im kommenden Jahr im Schnitt 15,7 Prozent des Bruttolohns für die Gesundheitsversorgung an.

Den Berechnungen des Schätzerkreises zufolge sind 2017 für den Gesundheitsfonds Einnahmen von 214,8 Milliarden Euro zu erwarten. In den Fonds fließen neben den Beitragseinnahmen auch Steuergelder von 14,5 Milliarden Euro. Die Ausgaben der Krankenkassen betragen den Experten zufolge 229,1 Milliarden Euro. Um die Differenz abzudecken, reicht der bisherige Zusatzbeitrag aus. Berücksichtigt wurden in der Prognose auch aktuelle Gesetzesvorhaben. Offiziell festlegen muss den durchschnittlichen Zusatzbeitrag das Bundesgesundheitsministerium. Es gibt ihn jedes Jahr bis zum 01. November bekannt.

 

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *