Pharma

Digitalisierungswelle erfasst den Gesundheitsbereich

Wer sich in Sachen Digitalisierung richtig positioniert, kann in den kommenden Jahren massiv davon profitieren

MEDICA 2015. (Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann)

MEDICA 2015. (Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Der digitale Wandel reicht von Systemen, die Prävention durch Bewegung und richtige Ernährung verbessern sollen, über das Messen und die Kenntnis der eigenen Körperwerte, bis hin zu Lösungen, die den Alltag mit Diabetes erleichtern. Doch nicht nur Bits & Bytes bewegen die Gesundheitswirtschaft. Auch die Medizintechnik hat spannende Themen zu bieten. Aktuell sind vor allem Innovationen für die chirurgischen Abläufe prägnant. Bei modernen OP-Verfahren ist „integriertes“ Vorgehen angesagt. Daten aus der bildgebenden Diagnostik fließen in die Steuerung chirurgischer Assistenzsysteme mit ein. Sie können mitunter sogar intraoperativ durch im OP vorhandene Bildgebungssysteme zusätzlich generiert werden, sodass der Eingriff präzise und schonend erfolgen kann. Hier sorgen vor allem Fortschritte auf dem Gebiet der Endoskopie und der Instrumente für die minimalinvasive Chirurgie für großen Nutzen.

Derzeit hält die dritte Dimension verstärkt Einzug in die OP-Säle. Bei sogenannten 3D-Laparoskopiesystemen befinden sich am Ende des Endoskops zwei exakt aufeinander ausgerichtete Bildsensoren, die dem Operateur ein naturgetreues endoskopisches 3D-Bild während des minimalinvasiven Eingriffs liefern. Damit sinkt auch das Risiko, dass krankheitsbedingt veränderte Gewebepartien übersehen werden.

Aber insbesondere „Wearables“ und Smartphones in Kombination mit speziellen Health-Apps, die auch durch den Patienten selbst angewendet werden können, haben das Potenzial, künftig zum unverzichtbaren Bestandteil der vernetzten Gesundheit zu werden. Zahlreich waren dazu schon die bei der MEDICA 2015 vorgestellten Neuheiten vorhanden und unzählige weitere Mobile Health-Anwendungen sind derzeit noch in der Entwicklung. Dabei dreht sich vieles um Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie Therapie-Fernüberwachung. Denn hier kann künftig bezogen auf die Patientenzahlen von einem besonders hohen Anwenderpotenzial ausgegangen werden.

Ein Beispiel ist Firstbeat: Das Unternehmen bietet unter anderem Lösungen für professionelle Teams, Athleten und den Wellness-Bereich an. Zwar strebe Firstbeat keine Zulassung als Medizinprodukt an, wie Dr. Christoph Rottensteiner für das Unternehmen berichtet: „Für uns ist es jedoch wichtig, ein physiologisch exaktes, digitales Modell der jeweiligen Person zu erstellen.“ Wissenschaftsbasierte Algorithmen werten dazu die Herzratenvariabilität aus – also die zeitlich unterschiedlichen Abstände zwischen zwei Herzschlägen, die ständigen Schwankungen unterliegen. Die Quantifizierung dieser Schwankungen ergibt die HRV. Die Algorithmen von Firstbeat ermöglichen einen exakten Einblick in den physiologischen Zustand des Trägers, wie etwa Stressbelastung und Fitnesslevel, ebenso wie die Schlafqualität und Regeneration.

Der `Firstbeat Bodyguard´ wird dabei in der Regel über 72 Stunden hinweg getragen und kann auch wertvolle Hinweise für Ärzte liefern. Künftig will sich das Unternehmen verstärkt in Richtung der Konsumentenbedürfnisse hin orientieren und helfen, physiologische Daten noch benutzerfreundlicher wiederzugeben. Aber benötigt man dazu wirklich ein spezielles Gerät? „Entscheidend ist die genaue Analyse der HRV-Daten, damit diese dann aufzeigen, dass z.B. eine Ruhepause im Alltag sinnvoll wäre, um gestärkt seinen Tätigkeiten nach zu gehen, erläutert Christoph Rottensteiner.

Ebenfalls im Fokus des Interesses bleibt die Big Data-Thematik. Im Kern geht es um die Zusammenführung und Auswertung enorm vieler Patientendaten, sodass daraus Erkenntnisgewinne hinsichtlich der Entstehung und der wirkungsvollen Therapie bestimmter Krankheiten gezogen werden können. Und auch die Künstliche Intelligenz hält Einzug in den Medizinbereich. Die Fraunhofer-Gesellschaft wird bei der MEDICA einen Roboter präsentieren, der besondere Feinfühligkeit „erlernt“ hat und auf dieser Basis geeignet ist, Nadeln für Biopsien hochpräzise zu platzieren.

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  1. Ein Hallo an dieVerantwortlichen,
    die Nachrichten über die Entwicklung vor Krankheiten, sprich Prävention, im Zusammenhang mit der Digitalisierung ist eine riesige
    Chance in der Volksgesundheit. Super …!!! In der Generation 50 + muss die Informationtür jedoch schnell weiter geöffnetwerden.