Forschung

Neuer digitaler Betreuungsansatz für Diabetiker

Das neue ESYSTA-System soll die Betreuung von Diabetikern umfangreich sichern

An dem Vertrag können alle Versicherten der AOK Nordost teilnehmen, die im Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes mellitus eingeschrieben sind und die ärztlich bestätigten medizinischen Einschlusskriterien (u.a. HbA1c -Wert > 8,0%) erfüllen. (Foto: Flickr/FatCatAnna/Cc by nc nd 2.0)

An dem Vertrag können alle Versicherten der AOK Nordost teilnehmen, die im Disease-Management-Programm (DMP) Diabetes mellitus eingeschrieben sind und die ärztlich bestätigten medizinischen Einschlusskriterien (u.a. HbA1c -Wert > 8,0%) erfüllen. (Foto: Flickr/FatCatAnna/Cc by nc nd 2.0)

Die AOK Nordost und die Emperra GmbH E-Health Technologies wollen mit einem innovativen, telemedizinischen Betreuungsansatz gezielt die Versorgung von insulinpflichtigen AOK-Versicherten mit starken Stoffwechselschwankungen und erhöhten Blutzuckerwerten optimieren. Zu diesem Zweck haben beide Partner aktuell einen Versorgungsvertrag geschlossen. Die technische Basis bildet das von Emperra entwickelte ESYSTA®-System.

Es ermöglicht die unmittelbare Übertragung sowohl der gemessenen Blutzuckerdaten als auch der injizierten Insulineinheiten in ein elektronisches Diabetestagebuch. Diese neuartige Anwendung steht AOK-Versicherten derzeit exklusiv kostenfrei zur Verfügung.

ESYSTA besteht aus einem patentierten, mit Insulinen aller Hersteller kompatiblen Insulin-Pen, dem Blutzuckermessgerät und einer Übertragungseinheit. Pen und Blutzuckermessgerät verbinden sich automatisch mit der Sendeeinheit, die die Daten per Mobilfunk im ESYSTA-Portal auf einem gesicherten Server erfasst. Der vom Patienten dazu autorisierte Arzt hat damit jederzeit Zugriff auf eine vollständige und unverfälschte Datenbasis, auf deren Grundlage er die Therapie optimieren kann. Die Hoheit über die Daten liegt dabei immer beim Patienten. Er entscheidet, wem er wann Zugriff darauf gewähren will. Über eine App sind diese Daten auch mobil auf Android- oder iOS-Smartphones abrufbar.

„Diabetiker mit stark schwankenden Blutzuckerwerten benötigen ein möglichst lückenloses Monitoring ihrer Daten, damit ihre Therapie immer zeitnah entsprechend angepasst werden kann und dadurch Folgeerkrankungen möglichst vermieden werden“, sagt Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost. „Diesen Versicherten wollen wir mit dem neuen telemedizinischen Versorgungsprogramm ein konkret auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes, qualitätsgesichertes, digitales Angebot zur Verfügung stellen, das nicht nur einen hohen medizinischen Nutzwert für sie hat, sondern auch höchsten datenschutzrechtlichen Ansprüchen genügt“. Emperra ist nach der international führenden Norm für Informationssicherheits-Managementsysteme ISO/IEC 27001 zertifiziert. Zudem setzt das Unternehmen sowohl einen internen als auch einen externen unabhängigen Datenschutzbeauftragten ein.

„Erstmals wird eine telemedizinische Gesamtlösung im Rahmen der Diabetologie mit nachgewiesenem medizinischen Nutzen von einer Kasse finanziert“, so Dr. Christian Krey, Geschäftsführer der Emperra. AOK Nordost und Emperra hatten zunächst gemeinsam in einer Pilotphase den Nutzen des telemedizinischen Ansatzes überprüft. „Eine erste Datenevaluation der AOK Nordost und der Technischen Universität Dresden konnte insbesondere die Senkung der Langzeitblutzuckerwerte (HbA1c) bei einer spezifischen Patientengruppe aufzeigen, ebenso waren geringere Krankenhaus- sowie Notfallbehandlungen wegen Diabetes mellitus zu verzeichnen“, ergänzt Dr. Janko Schildt, selbst Arzt und ebenfalls Geschäftsführer bei Emperra.

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *