Wirtschaft

Monsanto-Aktionäre stimmen im Dezember über Fusion mit Bayer ab

Die Aktionäre Monsantos sollen Mitte Dezember über die geplante Übernahme abstimmen. Im September hatte Bayer die geplante Fusion mit dem US-Konzern verkündet.

Mit der Übernahme Monsantos könnte Bayer den Keim für eine neue Ära legen. (Foto: Flickr/the yes man/CC BY 2.0)

Mit der Übernahme Monsantos könnte Bayer den Keim für eine neue Ära legen. (Foto: Flickr/the yes man/CC BY 2.0)

Die Monsanto-Führung setzte dazu eine außerordentliche Hauptversammlung für den 13. Dezember an. Bayer hatte sich Mitte September nach monatelangem Ringen mit Monsanto geeinigt. Für die 66 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Monsanto wollen sich die Leverkusener nun die erforderlichen Genehmigungen bei den Behörden einholen.

Noch in diesem Jahr soll dafür der Antrag in den USA gestellt werden und voraussichtlich im ersten Quartal 2017 in der EU. Für den vor allem für das Schmerzmittel Aspirin bekannten Chemie- und Pharmakonzern wäre es nicht nur der größte Zukauf in der mehr als 150-jährigen Firmengeschichte. Es wäre auch die bislang größte Übernahme eines deutschen Unternehmens.

Mehr als zwei Dutzend Banken teilen sich die Finanzierung von Bayer für die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto. Die fünf Investmentbanken Bank of America Merill Lynch, Credit Suisse, Goldman Sachs, HSBC und JPMorgan hätten den 56,9 Milliarden Dollar (51,6 Milliarden Euro) schweren Kredit zum Teil an mehr als 20 weitere Banken weitergereicht, teilte der Pharma- und Chemiekonzern mit. Die Institute konnten sich mit Paketen von 4,5 Milliarden oder 1,125 Milliarden Dollar daran beteiligen. Die Brückenfinanzierung ist damit die drittgrößte aller Zeiten.

Die Nachfrage habe bei fast 80 Milliarden Dollar gelegen, erklärte der Konzern. Zu den Konditionen und den beteiligten Banken äußerte sich Bayer nicht.

Bayer zahlt für Monsanto rund 66 Milliarden Dollar. 19 Milliarden davon will der Leverkusener Konzern mittelfristig mit Eigenkapital finanzieren. Banker erwarten Pflichtwandelanleihen, Hybridanleihen und am Ende auch eine Kapitalerhöhung.

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer will nach der Fusion mit dem US-Unternehmen Monsanto mit dessen umstrittenen Methoden im Saatgutgeschäft brechen. „Wir wollen Monsanto nicht übernehmen, um genveränderte Pflanzen in Europa zu etablieren“, sagte Bayer-Chef Werner Baumann im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Wenn die Gesellschaft gentechnisch verändertes Saatgut ablehne, akzeptiere Bayer dies. „Und wir werden nicht über Umwege versuchen, etwas anderes durchzudrücken.“

Monsanto habe zu Beginn des Jahrzehnts versucht, die Einführung von genveränderten Pflanzen in Europa gegen große Widerstände voranzutreiben und sei dabei zu wenig auf Bedenken eingegangen. „Dieser Schuss ist nach hinten losgegangen.“ Unter seiner Führung solle damit Schluss sein, kündigte der Manager an. „Wir bei Bayer haben einen partnerschaftlichen Ansatz, mit unseren Kunden und allen gesellschaftlichen Gruppen umzugehen.“ Nach diesem Maßstab werde man auch das kombinierte Saatgutgeschäft führen. Außerdem werde er auch persönlich den Dialog mit Kritikern stärker suchen.

Kommentare

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  1. Für mich weiterhin unverständlich: Weshalb liegt der Monsanto-Kurs immer noch bei 99 $, wenn Bayer doch im Erfolgsfall der Fusion 128 $ für die Aktie zahlen will?

    Das wäre doch wie Festgeld für ca. 1 Jahr mit 29% Rendite.