Wirtschaft

MEDICA 2016: Gesundheitswirtschaft blickt nach Düsseldorf

Die internationale Messe stellt moderne Neuerungen und Dienstleistungen für Medizintechnik und Healthcare vor.

Wearables sind der neue Trend der Medizintechnik. (Foto: Flickr/Franklin Heijnen/CC BY-SA 2.0)

Wearables sind der neue Trend der Medizintechnik. (Foto: Flickr/Franklin Heijnen/CC BY-SA 2.0)

Noch bis diesen Donnerstag treffen sich Entscheider aus allen Bereichen der internationalen Gesundheitswirtschaft wieder in Düsseldorf. Seit 14.November geht dort die weltgrößte Medizinmesse MEDICA 2016 und die COMPAMED 2016 als die international führende Fachmesse für die Zulieferer der Medizintechnik-Industrie an den Start. Zur MEDICA haben erstmals mehr als 5.000 Aussteller aus 68 Nationen ihre Beteiligung angemeldet (2016: 5.112, Vorjahr: 4.977). Die COMPAMED, die an allen Lauftagen parallel stattfindet, erreicht mit 774 Ausstellern aus 37 Ländern wieder das Rekordergebnis aus dem Vorjahr (773). MEDICA und COMPAMED belegen alle 19 Hallen des Düsseldorfer Messegeländes. Branchenübergreifend zählt die MEDICA zu den zehn größten Fachmessen weltweit.

„80 Prozent der von Ausstellern gebuchten Fläche entfällt bei der MEDICA auf internationale Beteiligungen. Die stärksten Flächenbuchungen kommen nach Deutschland, aus Italien, China, dann den USA, gefolgt von Frankreich, Großbritannien, der Türkei und Südkorea“, unterstreicht Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, den hohen Internationalitätsgrad als Beleg für die weltweite Bedeutung der Veranstaltung.

Hinsichtlich der gezeigten Neuheiten werden die Fachbesucher „aus dem Vollen“ schöpfen können. Die MEDICA-Aussteller zeigen das komplette Spektrum an Produkten und Services für eine moderne Versorgung in Arztpraxen und Kliniken – von Labortechnik über Physiotherapie und Orthopädietechnik, Bedarfs- und Verbrauchsartikeln bis hin zu Elektromedizin, Medizintechnik und Health-IT. „Keine andere Veranstaltung der Welt bietet einen derart umfassenden Überblick über die neuesten medizinischen Produkte und Entwicklungen“, fasst es treffend Horst Giesen, Director der MEDICA und COMPAMED, zusammen und hebt einen Trend hervor, von dem aktuell besondere Dynamik ausgeht: „Die Digitalisierungswelle erfasst mit voller Wucht den Gesundheitsbereich – und zwar geradezu alle medizinischen Disziplinen sowie Abläufe im ambulanten und klinischen Bereich. Das betrifft gleichermaßen Arzt und Patient.“

Insbesondere sogenannte „Mobile Health“-Lösungen stehen für eine Fülle an Innovationen, die bei der MEDICA 2016 zu sehen sein werden. Dazu zählen beispielsweise „Wearables“ sowie Smartphones in Kombination mit speziellen Health-Apps und ergänzender Hardware. Ob Schallkopf für die Sonografie, EKG-Elektroden oder auch Steckaufsatz zur Blutzucker-Messung – die Liste an Zubehör, welches gängige Android- oder Apple-Mobiltelefone im Handumdrehen zu tauglichen Geräten selbst für professionelle medizinische Anwendungen macht, wird immer länger.

Eine feine Auswahl der kleinen vermeintlichen „Alleskönner“ vermittelt den MEDICA-Besuchern wieder die Wearable Technologies Show in Halle 15. Hier gibt es zum Beispiel ein spezielles Wearable-Pflaster zu sehen, das sich zur Krankheitskontrolle für Asthmatiker eignet, ein Hosenclip zum Ausschalten von Regelschmerz oder aber auch ein Armband für den Einsatz als Frühwarnsystem bei Epileptikern.

Selbst die Künstliche Intelligenz hält Einzug in den Medizinbereich. So präsentiert die Fraunhofer-Gesellschaft auf ihrem MEDICA-Stand in Halle 10 einen Roboter, der Feinfühligkeit „erlernt“ hat. Auf dieser Basis ist der Roboter geeignet, eigenständig Nadeln für Biopsien hochpräzise zu platzieren, und benötigt dafür zugleich noch wesentlich weniger Zeit als vergleichsweise ein Arzt.

Mit den Chancen und Folgen der Digitalisierung des Gesundheitswesens wird sich neben dem MEDICA HEALTH IT FORUM ebenfalls das MEDICA ECON FORUM beschäftigen. Das gemeinsam von der Techniker Krankenkasse (TK) und der Messe Düsseldorf organisierte Forum (in Halle 15) ist etablierte Plattform für den gesundheitspolitischen Dialog im Spannungsfeld von innovativen Versorgungsansätzen und realisierbarer Finanzierung. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wird die MEDICA und den Deutschen Krankenhaustag eröffnen und dann auch an der Eröffnung des Forums am 14.11. teilnehmen. Im Anschluss widmen sich Blogger Sascha Lobo und Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der TK der digitalen Zukunft im Gesundheitswesen.

Alltagsgerecht und auf den Punkt bringen die verschiedenen Konferenzen aus dem Begleitprogramm der MEDICA medizinisches Wissen für verschiedene Zielgruppen. Die MEDICA MEDICINE & SPORTS CONFERENCE richtet sich beispielsweise speziell an Sportmediziner. Aber es geht nicht nur um Sportmedizin in engerem Sinne. Die Konferenz wird auch generelle Möglichkeiten der Steigerung der körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit behandeln. In einer Session wird etwa beleuchtet, wie bei der Luftwaffe Piloten trainiert werden, damit sie den erheblich gestiegenen Anforderungen seit dem Umstieg auf den Ein-Mann-Jet Eurofighter gewachsen sind. Stargast der MEDICA MEDICINE + SPORTS CONFERENCE ist die sechsfache Paralympic-Siegerin Andrea Eskau.

Weitere Highlights des MEDICA-Rahmenprogramms sind der 39. Deutsche Krankenhaustag als Leitveranstaltung für das Management deutscher Kliniken, die internationale DiMiMED Konferenz für Spezialisten aus dem Bereich der Wehr- und Katastrophenmedizin sowie die MEDICA PHYSIO CONFERENCE.

Parallel zur MEDICA findet in den Hallen 8a und 8b in diesem Jahr bereits zum 25. Mal die COMPAMED statt. Dort wird sich wieder einmal aufs Neue zeigen: Bereits die Entwicklungen der Zulieferer können für eine bessere ambulante und klinische Versorgung von enormer Bedeutung sein. Ein Blick auf aktuelle Trends und Produktneuheiten liefert dafür etliche Beispiele. Grundsätzlich ist immer kleinere und kostengünstigere Medizintechnik gefragt und in immer mehr Fällen mit „Vernetzungsoption“. Die Anbieter benötigen von den COMPAMED-Ausstellern entsprechend immer feinere, leichtere und doch zugleich leistungsfähigere Komponenten, Bauteile, Chips, Funkmodule oder etwa auch passende Energie- sowie Datenspeicher.

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