Colistin-Resistenz bei Gram-negativen Bakterien – die Situation in Deutschland

Colistin ist ein sehr wichtiges Reserveantibiotikum in der Humanmedizin. Seit im November 2015 von einer übertragbaren Colistin-Resistenz in Escherichia-coli-Isolaten von Nutztieren und Krankenhauspatienten in China berichtet wurde, sind mehr als 110 Meldungen aus aller Welt über die Detektion des sogenannten mcr-1-Gens publiziert worden. Grundsätzlich stellt die Plasmid-lokalisierte und nachweislich übertragbare Colistin-Resistenz in Enterobakterien ein erhebliches Bedrohungspotenzial dar, auch wenn die Prävalenz den vorliegenden Daten zufolge in humanen Isolaten noch sehr gering ist. Ein durch den Colistin-Einsatz entstandenes Resistenzgen-Reservoir im Nutztierbereich eröffnet die Möglichkeit einer Übertragung auf humane/humanpathogene Isolate. Durch die in weiten Teilen fehlende Routinediagnostik im humanmedizinischen Bereich ist die Verbreitung der Colistin-Resistenz allgemein und die Verbreitung des Resistenzgens mcr-1 im Speziellen derzeit kaum einschätzbar. Erste Studien deuten eine noch sehr geringe Colistin-Resistenzrate (1 % oder

Colistin ist ein sehr wichtiges Reserveantibiotikum in der Humanmedizin. Seit im November 2015 von einer übertragbaren Colistin-Resistenz in Escherichia-coli-Isolaten von Nutztieren und Krankenhauspatienten in China berichtet wurde, sind mehr als 110 Meldungen aus aller Welt über die Detektion des sogenannten mcr-1-Gens publiziert worden. Grundsätzlich stellt die Plasmid-lokalisierte und nachweislich übertragbare Colistin-Resistenz in Enterobakterien ein erhebliches Bedrohungspotenzial dar, auch wenn die Prävalenz den vorliegenden Daten zufolge in humanen Isolaten noch sehr gering ist. Ein durch den Colistin-Einsatz entstandenes Resistenzgen-Reservoir im Nutztierbereich eröffnet die Möglichkeit einer Übertragung auf humane/humanpathogene Isolate. Durch die in weiten Teilen fehlende Routinediagnostik im humanmedizinischen Bereich ist die Verbreitung der Colistin-Resistenz allgemein und die Verbreitung des Resistenzgens mcr-1 im Speziellen derzeit kaum einschätzbar. Erste Studien deuten eine noch sehr geringe Colistin-Resistenzrate (1 % oder < 1 %) an und hierbei einen geringen Anteil von mcr-1 vermittelter Colistin-Resistenz. Im Januar 2016 erfolgte ein Aufruf von Robert Koch-Institut (RKI) sowie dem Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für gramnegative Krankenhauserreger zur Einsendung Colistin-resistenter-Isolate. Der Bericht im Epidemiologischen Bulletin 46/2016 gibt einen Überblick über die aktuelle Datenlage in Deutschland.

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