Analyse

Pharmaunternehmen reduzieren eigene Forschung

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigen in allen Branchen deutlich an. Besonders der Mittelstand beteiligt sich an den Investments.

Auch der Mittelstand investiert wieder kräftig in Forschung und Entwicklung. (Foto: Flickr/iT@c/CC BY-ND 2.0)

Auch der Mittelstand investiert wieder kräftig in Forschung und Entwicklung. (Foto: Flickr/iT@c/CC BY-ND 2.0)

62,4 Milliarden Euro haben die deutschen Unternehmen im Jahr 2015 in eigene Forschung und Entwicklung (F&E) investiert. Das sind 9,5 Prozent mehr als im Vorjahr, heißt es in der aktuellen FuE-Erhebung des Stifterverbandes. Das Drei-Prozent-Ziel der Bundesregierung ist damit erreicht. Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch die Automobilindustrie und ihre Dienstleister. 21,7 Milliarden Euro hat die KfZ-Branche in eigene Forschung und Entwicklung investiert, das sind zehn Prozent mehr als 2014. Zusätzlich vergaben diese Unternehmen für 10,2 Milliarden Euro Forschungsaufträge an externe Dienstleister wie Forschungseinrichtungen oder andere Unternehmen – neun Prozent mehr als im Vorjahr.

Deutliche Steigerungen bei den Forschungsausgaben gab es bei den Chemieunternehmen (+6 Prozent). In der Pharmabranche hingegen steht einer Stagnation bei der eigenen Forschung (-0,9 Prozent) ein deutliches Plus bei der Auftragsforschung gegenüber (+25 Prozent).

Insgesamt ist das Ziel der Bundesregierung, jährlich drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Forschung und Entwicklung einzusetzen, 2015 erstmals erreicht worden. 2014 lag der Wert bei 2,88 Prozent. Zuvor war der F&E-Anteil 2013 rechnerisch auf 2,82 Prozent gesunken, weil im Zuge einer Umstellung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung in der EU das BIP gestiegen war. Dieser Knick ist jetzt dank der Rekordausgaben für Forschung und Entwicklung mehr als ausgeglichen.

„Noch nie wurde in Deutschland so viel in Forschung und Entwicklung investiert wie 2015. Das ist ein großer gemeinsamer Erfolg von Staat und Wirtschaft. Besonders erfreulich: Nach Jahren der Stagnation investieren kleine und mittlere Unternehmen wieder stärker in eigene Forschung“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka. „Forschung und Entwicklung sind ein wichtiger Faktor für den Arbeitsmarkt geworden: Seit 2005 wurden hier mehr als 110.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Wirtschaft geschaffen. Forschung ist die Basis für Deutschlands starke Position als Technologiestandort.“

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