Pharma-Branche

US-Bundesstaat verklagt Monsanto wegen früherer PCB-Produktion

Monsanto ist wegen der früheren Herstellung der giftigen Chemikalie PCB in den USA verklagt worden.

Monsanto ist der größte Hersteller für Saatgut. (Foto: Flickr/*suika*/CC BY 2.0)

Monsanto ist der größte Hersteller für Saatgut. (Foto: Flickr/*suika*/CC BY 2.0)

Der US-Bundesstaat Washington verlangt Schadensersatz für Umweltverseuchung und die wirtschaftlichen Folgen. Das Unternehmen aus St. Louis habe jahrzehntelang PCB produziert und dabei sein Wissen über die Gefahren des toxischen Stoffes für Mensch und Umwelt verheimlicht, erklärte Generalstaatsanwalt Bob Ferguson. Monsanto sei von 1935 an der einzige PCB-Hersteller in den USA bis zum Verbot der krebserregenden Substanz in den Vereinigten Staaten 1979 gewesen.

Der Saatgut- und Herbizid-Produzent bezeichnete die Klage als grundlos. Denn die Chemikalie sei damals zugelassen und nützlich gewesen und von Behörden und Unternehmen gerne eingesetzt worden. Mindestens acht Städte an der US-Westküste gehen mit ähnlichen Klagen gegen Monsanto vor. PCB wurde früher häufig zu Isolierungen bei elektrischen Produkten und als Weichmacher bei Lacken, Dichtungsmassen und Kunststoffen eingesetzt. Monsanto ist auch der Entwickler des Unkrautvernichters Glyphosat, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein und auch wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte umstritten.

Bayer hatte sich im September nach monatelangem Ringen mit Monsanto auf ein Zusammengehen verständigt. Der Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern will das US-Unternehmen für 66 Milliarden Dollar kaufen.

Ende November hatte dann Monsanto hat nach eigener Auskunft von einer Sammelklage gegen die geplante Fusion mit Bayer erfahren. Ziel der Klage sei es, dass der Zusammenschluss untersagt werde, gab Monsanto bekannt. Der Konzernführung werde zur Last gelegt, Treuepflichten verletzt zu haben. Nach Darstellung der Kläger sei das Unternehmen in der Übernahmevereinbarung nicht richtig bewertet worden. Dem widersprach das Management: Monsanto gehe davon aus, dass die Vorwürfe unbegründet seien.

Die ersten vier Milliarden Euro hatte sich Bayer Mitte November mit einer Pflichtwandelanleihe geholt, die spätestens in drei Jahren in Bayer-Aktien getauscht werden muss. Die Nachfrage sei um ein Vielfaches höher gewesen, erklärte Bayer. „Die mehrfache Überzeichnung zeigt die Attraktivität der Anleihe für Investoren“, sagte Finanzvorstand Johannes Dietsch. Bayer will für die größte Bar-Übernahme der Geschichte insgesamt 19 Milliarden Dollar (17,8 Milliarden Euro) Eigenkapital aufnehmen. Die Leverkusener zahlen für den US-Saatguthersteller Monsanto insgesamt 66 Milliarden Dollar.

Als nächstes wird in Finanzkreisen eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht erwartet, aller Voraussicht nach aber erst im neuen Jahr. Den Rest will der Konzern mit Hybridanleihen finanzieren. Dabei fehlt für die Monsanto-Übernahme noch die Zustimmung der Kartellbehörden. Die Aktionäre des US-Konzerns sollen am 13. Dezember darüber abstimmen.

Bayer zahlt 5,625 Prozent Zinsen pro Jahr auf die Anleihe, das liegt im Rahmen dessen, was andere zuletzt für vergleichbare Papiere gezahlt haben. Der Zins liegt am oberen Ende der Spanne, in der Bayer die Anleihe angeboten hatte. Im Vergleich zu einer Kapitalerhöhung erspart sich Bayer damit 320 Millionen Euro. Der Wandlungspreis von 90 bis 108 Euro liegt bis zu 20 Prozent über dem Aktienkurs, der kürzlich um fünf Prozent auf 90,09 Euro fiel. Mit dem Verwässerungseffekt durch die Pflichtwandelanleihe lasse sich der Kurssturz nicht erklären, sagte ein beteiligter Banker. Es handele sich eher um Gewinnmitnahmen.

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