Analyse

Krankenkassen Barmer und TK halten Beitragssätze stabil

Die beiden größten deutschen Krankenkassen erhöhen die Beiträge für ihre Kunden nicht. Das gilt allerdings nur für das Jahr 2017.

Wie viel Geld kostet der Einzug der Beiträge zur Sozialversicherung wirklich? (Foto: flickr/TK_Presse)

Die Beiträge bleiben vorerst gleich. (Foto: flickr/TK_Presse)

Die beiden größten Krankenkassen Techniker und Barmer halten ihre Beitragssätze im kommenden Jahr stabil. Der Verwaltungsrat des Marktführers Techniker Krankenkasse (TK) entschied am in Hamburg, dass der Zusatzbeitrag bei 1,0 Prozent bleiben wird. Die Barmer GEK, die zum Jahreswechsel mit der Deutschen BKK fusioniert, verlangt wie bisher einen Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent.

Hinzu kommt jeweils der allgemeine Beitragssatz von 14,6 Prozent, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte teilen. Der TK-Beitragssatz liegt damit insgesamt bei 15,6 Prozent, der Satz der neuen Barmer bei 15,7 Prozent. Die Techniker Krankenkasse hat 9,8 Millionen Versicherte, die Barmer zusammen mit den 1,1 Millionen Versicherten der Deutschen BKK ab dem nächsten Jahr 9,4 Millionen. Mit der Fusion werde die Marktposition der Kasse deutlich gestärkt. „Wachstum und Größe spielen im Wettbewerb der Kassen eine wichtige Rolle. Die BARMER wird ihre Gestaltungskraft konsequent für die Weiterentwicklung ihrer Versorgungs- und Serviceangebote einsetzen“, so Engelmann – beispielsweise bei Arzneimittel-Rabattverträgen.

Im Oktober war schon der Schätzerkreis davon ausgegangen, dass aufgrund der guten Finanzlage der gesetzlichen Kassen die Zusatzbeiträge im nächsten Jahr im Schnitt konstant bei 1,1 Prozent bleiben können. Der Marktführer TK liegt damit leicht unter diesem Durchschnittswert. In diesem Jahr erwirtschafteten die 117 Kassen bis Ende September bereits einen Finanzüberschuss von 1,55 Milliarden Euro.

Barmer-Chef Christoph Straub sagte Reuters, es scheine bei den Kassen nur im ersten Moment alles positiv zu sein. Es sei davon auszugehen, dass es zeitversetzt zu einem erheblichen Kostenschub durch diverse gesetzliche Änderungen kommen werde. Allein aufgrund von Reformen seien 2017 Mehrausgaben von 2,7 Milliarden Euro und in 2018 von 3,3 Milliarden Euro zu erwarten. Von 2017 auf 2018 werde es daher einen deutlichen Beitragssprung geben. Der Durchschnittsbeitrag werde von 15,7 auf 16 Prozent im Jahr 2018 steigen.

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