Gesundheitswirtschaft

Krebsmedikament verhilft Merck & Co zu kräftigem Gewinn

Keytruda verkaufte sich besser als erwartet und hilft dem Pharmakonzern Merck & Co im vierten Quartal aus der Patsche.

Keytruda ist ein Medikament, das auf den programmierten Zelltod 1 (PD-1)-Rezeptor abzielt. (Foto: Flickr/Kyrre Gjerstad/CC BY 2.0)

Keytruda ist ein Medikament, das auf den programmierten Zelltod 1 (PD-1)-Rezeptor abzielt. (Foto: Flickr/Kyrre Gjerstad/CC BY 2.0)

Das Krebsmittel Keytruda verkaufte sich besser als erwartet und half Umsatzverluste auszugleichen bei anderen Medikamenten, die ihren Patentschutz verloren haben, berichtet die dpa . Für die letzten drei Monate des Geschäftsjahres 2016 wies der US-Pharmakonzern Merck & Co. insgesamt 10,1 Milliarden US-Dollar Umsatz aus. Der Rückgang von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr ging auf das Konto von Währungseffekten, wie Merck mitteilte.

Unter dem Strich stieg der Gewinn dank Kosteneinsparungen um 21 Prozent auf 1,18 Milliarden Dollar. Je Aktie und um Sondereffekte bereinigt wies Merck für das vierte Quartal 0,89 Dollar Gewinn aus, was auch den Analystenschätzungen entsprach.

Den Keytruda-Umsatz konnte Merck im vierten Quartal auf 483 Millionen Dollar mehr als verdoppeln. Das war um einiges mehr als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Keytruda gehört zu einer neuen Art von Krebsmedikamenten, welche das Immunsystem stimulieren, damit dieses die Krebszellen bekämpft. Da Merck für das Mittel stetig neue Zulassungsanträge stellt und auch erhält, trauen Experten dem Medikament bis zum Jahr 2019 einen Umsatz von mehr als 6 Milliarden Dollar zu. 2016 waren es 1,4 Milliarden Dollar.

Merck-Pharmachef Adam Schechter sagte jüngst in einem Interview, ein einziges Produkt in über 400 Testverfahren zu haben, sei beispiellos. Die neuartigen Krebsmittel sind allerdings auch sehr teuer. Merck-Konzernchef Ken Frazier war einer aus einer Reihe wichtiger Pharma-Bosse, die sich kürzlich mit US-Präsident Donald Trump getroffen hatten. Trump war die Branche im Wahlkampf wegen ihrer Medikamentenpreise hart angegangen.

Merck braucht allerdings auch dringend neue Umsatztreiber, denn Patente für andere Medikamente laufen aus und billigere Konkurrenzprodukte von Generikaherstellern kommen auf den Markt. Neben Krebsmedikamenten ist Merck auch bei Arzneien gegen Diabetes und Hepatitis C sowie Impfstoffen stark.

Im laufenden Jahr will Merck einen bereinigten Gewinn je Aktie von 3,72 bis 3,87 Dollar (2016: 3,78) ausweisen. Der Umsatz soll zwischen 38,6 und 40,1 Milliarden Dollar (2016: 39,8) liegen. Der US-Konzern ist nicht zu verwechseln mit dem Pharmahersteller Merck KGaA aus Darmstadt.

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