Wirtschaft

Lidl: 20 Prozent weniger Zucker und Salz bei Eigenmarken

Mit der Lidl-Reduktionsstrategie soll in Eigenmarkenprodukten Zucker und Salz bis 2025 um 20 Prozent reduziert werden.

Im Rahmen der Lidl-Reduktionsstrategie 2025hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, in Produkten seiner Eigenmarken den Anteil an zugesetztem Zucker und Salz bis zum Jahr 2025 um jeweils 20 Prozent zu reduzieren. Die Reduktionsstrategie ist als Teil eines umfassenden Konzeptes zu bewusster Ernährung und Bewegung gedacht.

Die Umsetzung beginne Lidl zufolge bei Produkten, die gerne von Kindern verzehrt werden, wie beispielsweise Frühstückscerealien. Erste Ergebnisse wurden demnach bereits erzielt: Bei dem Artikel „Honey-Rings“ wurde der zugesetzte Zucker pro 100 Gramm von 35,1 auf 23,9 Gramm und somit um rund 30 Prozent gesenkt. In den Salami-Tiefkühlpizzen der Eigenmarke „Trattoria Alfredo“ wurde der Salzanteil pro 100 Gramm bereits um 15 Prozent auf 1,3 Gramm pro 100 Gramm gesenkt.

„Wir werden unser gesamtes Eigenmarkensortiment überprüfen. Bei der Anpassung orientieren wir uns am Kundenwunsch, dem Geschmacksempfinden und wissenschaftlichen Erkenntnissen“, so Jan Bock, in der Geschäftsleitung von Lidl Deutschland zuständig für den Einkauf. „Lidl übernimmt Verantwortung. Wir wollen nachhaltigster Discounter in Deutschland werden und unterstützen den Ansatz der Bundesregierung, mehr für bewusste Ernährung und Bewegung einzutreten. Damit wollen wir eine Sogwirkung für die Branche in Gang setzen und das Thema in die Mitte der Gesellschaft bringen“, so Bock.

Mit der Lidl-Reduktionsstrategie 2025 unterstützt das Unternehmen Bestrebungen der Bundesregierung, die im Kampf gegen fehlernährungsbedingte Krankheiten eine ähnliche Vorgehensweise entwickelt und dafür im vergangenen Jahr bereits zwei Millionen Euro im Haushalt bereitgestellt hat. Und das aus gutem Grund: „Die Deutschen verbrauchen zu viel Zucker – im Schnitt 90 Gramm pro Tag und Person. Über Softdrinks, Fertiggerichte oder direkt als Honig oder Tafelzucker. Empfohlen wird allenfalls ein Drittel davon“, so die Bundesregierung. „Ärzte sehen übermäßigen Zuckerkonsum als wichtigen Grund für Karies und Übergewicht bei Kindern und Erwachsenen. Und mit dem Gewicht steigt das Risiko für Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes.“

Zusätzlich zu Information und Aufklärung der Kunden geht Lidl eine Partnerschaft mit diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe ein. „Der Anteil fehlernährungsbedingter Krankheiten, wie beispielsweise Diabetes Typ 2, nimmt ständig zu. Die Übernahme gesellschaftspolitischer Verantwortung und Information der Kunden durch Lidl zusammen mit uns als Partner ist daher sehr zu begrüßen“, sagt Prof. Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied bei der Deutschen Diabetes-Hilfe. Zustimmung erfährt Haak durch Matthias Steiner, dem Olympiasieger und Weltmeister im Gewichtheben, der nach seiner Karriere durch bewusste Ernährung und Bewegung 45 Kilo abgenommen hat. Steiner, selbst an Diabetes Typ 1 erkrankt, beschreibt den Stellenwert von Ernährung und Bewegung wie folgt: „Essen und Bewegung bedeuten Lebensfreude. Dazu braucht man keine strengen Diäten oder einen erhobenen Zeigefinger. Man muss wissen, was man isst und sollte Möglichkeiten zur Bewegung einfach nutzen.“

Zu dem umfassenden Ansatz, den Lidl neben der Zucker- und Salzreduktion verfolgt, gehört weiterhin die Kooperation mit der Deutschen Schulsportstiftung, der Lidl als Lebensmittel-Partner zur Seite steht. Dadurch wird Sport in Schulen gefördert und jungen Menschen wird Spaß an der Bewegung vermittelt. Noch früher setzt die Lidl-Fruchtschule an. 20 Ernährungsberaterinnen unterrichten im Schuljahr 2016/17 rund 5.000 Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Kampagne des Vereins „5 am Tag“ und zeigen, wie einfach sich gesunde und leckere Obst- und Gemüsesnacks in den täglichen Speiseplan integrieren lassen.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Zweifellos ist dies eine vernünftige „Marketingstrategie“ eines großen
    „Lebensmittel-Handelsunternehmens“, Jedoch leider nur ein „kleiner
    Schritt für die Menschheit“. Aber immerhin „Einer“ in eine richtige
    Richtung.

    Allerdings hege ich als „über 70-jähriger Diabetiker Typ 2, der kein
    Insulin spritzt“, aufgrund meiner „14 Jahre Erfahrung als Patient“
    meine Zweifel an der „Aussage“

    „Diabetes-Prävention fängt beim Einkauf an“

    wie sie in jüngster Zeit veröffentlicht wurde, seit eine „Kooperation
    zwischen Deutscher Diabetes-Hilfe und LIDL“ propagiert worden
    ist. Zur „Prävention von Diabetes Typ 2“ gehört wesentlich mehr
    als der „Einkauf von Lebensmittel“ in einem „bestimmten Laden“..